Social Media for Dummies – 30 Tipps

Liebe Leser,

heute ergänze ich den vor zwei Monaten erschienenen Blogartikel “18 Tipps – So holst du mehr aus sozialen Netzwerken heraus” um weitere Tipps. Einige stammen von Kollegen. Achtung, Ironie!

01 Das Profil
Lege zunächst ein Profil an und fülle es sparsam mit aussagekräftigen Daten – ein paar SEO-freundliche Schlüsselwörter genügen. Wozu hast du so viel Geld in deine Website gesteckt? Du bist gut, die Kunden finden auch so zu dir. Mehr ist nicht nötig.

02 Die “Über mich”-Seite
Fülle die “Über mich”-Seite rudimentär aus. Wer etwas über dich erfahren und dich kontaktieren will, der findet über deine Website zu dir. Auf der “Über mich”-Seite solltest du nur den Link zu deiner Website platzieren. Eine weiße Fläche und der Link – das ist schick.

03 Der erste Eindruck
Denke nicht, dass Besucher deines Profils dem Foto große Bedeutung beimessen. Tausend Worte sagen mehr als ein Foto. Das Dummy-Foto genügt. Den Besucher interessiert nur, was du zu bieten hast und nicht, wie du aussiehst. Du bist hier nicht auf einer Dating-Plattform. Ein Profil ohne Foto ist wie ein Buch ohne Bilder – es regt die Fantasie an.

04 Das ideale Profilfoto
Schmücke dein Profil am besten mit einem Schnappschuss aus deinem letzten Badeurlaub auf Hawaii oder mit deinem Bild von Tante Claras Geburtstag, wo man in dem netten Outfit so fesch aussah. Im Zweifel tut’s auch ein Hund oder ein Kätzchen mit auf dem Bild. Das hat eine so schöne persönliche Note.

05 Sichtbarkeit
Reduziere deine Sichtbarkeit aufs Notwendigste. Zu viel des Guten kann deinem Geschäft schaden. Anpassungen kannst du in den Einstellungen deines Profils vornehmen. Ein paar Häkchen an der richtigen Stelle und Beiträge und Profil können von Suchmaschinen nicht gefunden werden.

06 Die Marke “Ich”
Schreibe ausschließlich über dich, deine Dienstleistungen, deine Marke, am besten immer in der Ich-Form und mit Link zu deiner Website, schließlich ist XING eine Businessplattform und keine Spielwiese. In deinen Beiträgen muss sich alles um dein Business drehen.

07 Das eigene Netzwerk erweitern
Erweitere dein Netzwerk, indem du möglichst viele XING-Mitglieder mit Kontaktanfragen beglückst. Nutze die standardisierte, unpersönliche Kontaktanbahnung. Besorge dir ein Tool, das dir diese Arbeit abnimmt. Nenne keinen Grund für deine Kontaktanfrage, das interessiert den Adressaten nicht. Biete Synergieeffekte an, das klingt vielversprechend.

08 Kontakte
Bringe niemals Kontakte aus deinem Netzwerk zusammen, wo sich eine Zusammenarbeit ergeben könnte. Auch wenn du deinem Kontakt bei seiner Suche nicht helfen kannst, weil du in dem Moment nicht das bietest, wonach er sucht. Es bringt dir absolut nichts ein, ihm in dem Fall jemanden zu empfehlen, der seinen Vorstellungen entsprechen könnte.

09 Privatsphäre
Schalte deinen Kontakten niemals persönliche Daten frei. Egal, ob privat oder geschäftlich, Daten wie Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder Adressen, gehören dir allein und gehen niemanden etwas an. Wenn jemand etwas von dir will, dann soll er eine Nachricht über XING schicken.

10 Nur Geschäftliches zählt
Zeige dich nicht von deiner menschlichen Seite. Bei allem, was du tust, steht dein Geschäft im Vordergrund. Du bewegst dich auf einer Businessplattform, da ist Menschlichkeit fehl am Platz. Die Devise lautet: Verkaufen, verkaufen, verkaufen!

11 Off topic ist tabu
Weiche niemals vom Thema ab und rutsche schon gar nicht in private Themen ab, du willst schließlich Geld verdienen und keine Freunde finden.

12 Die persönliche Ansprache vermeiden
Vermeide die persönliche Ansprache, in der Kürze liegt die Würze. Verhalte dich wie ein Profi. Freundlichkeit bringt dein Business nicht weiter. Deine Beiträge klingen im Idealfall wie Pressemitteilungen: kurz und bündig, auf den Punkt.

13 Inhalt über alles
Halte dich nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Besonders für Übersetzer gilt: Content is king. Rechtschreibung, Grammatik, Syntax, Stil usw., wen interessiert das schon? Schließlich bist du Übersetzer und kein Vertreter der schreibenden Zunft. Wenn es wirklich darauf ankommt, ziehst du einen Lektor hinzu.

14 Saugen stärkt, teilen schwächt
Interessiere dich nicht für fremde Beiträge. Wenn du einen Beitrag, Link oder
Kommentar gut findest, behalte es für dich, das verschafft dir einen Informationsvorsprung. Das Teilen von Wissen schwächt deine Position nur. Gerade in sozialen Netzwerken gilt: Das Nichtteilen von Wissen ist Macht. Also, nicht weitersagen und bloß keine Werbung für andere!

15 Branding
Verpasse keine Gelegenheit, um auch in anderen sozialen Netzwerken wie Twitter, LinkedIn oder Google+ auf für dein Geschäft werbende Beiträge hinzuweisen. Das Wichtigste ist, dass du auf dem Radar bleibst, dass du ja nicht in Vergessenheit gerätst.

16 Interaktion
Lasse die Beiträge anderer unkommentiert! Denke daran, es geht hier nur um dich. Interaktion mit anderen Mitgliedern ist die reinste Zeitverschwendung, und Zeit ist Geld. Mache es zu deiner Philosophie, dass du Beiträge nur dann kommentierst, wenn dein Name erwähnt wird. Motto: Willst du gelten, mach dich selten.

17 Shitstorms
Bitte die Moderatoren einzuschreiten und einen Beitrag zu entfernen, wenn ein Mitglied dich in einem Forum angreift, beleidigt oder Lügen über dich verbreitet, schließlich hast du keine Zeit, dich den Vorwürfen oder Anfeindungen zu stellen. Sollten aber deine Emotionen stärker sein als dein Verstand, dann schieße zurück, was das Zeug hält. Die Öffentlichkeit liebt Shitstorms.

18 Die Statusmeldung
Nutze die Statusmeldung für wichtige Mitteilungen wie “Mein Hund hat heute mehr Haare gelassen als gestern” oder “Mein Kunde hat mir heute auf die Schulter geklopft” oder “Ich sitze gerade im ICE nach Hamburg”. Die meisten Menschen sind von solchen Meldungen sehr angetan.

19 Der Teaser-Beitrag
Beginne deinen Beitrag stets mit einigen Interesse weckenden Zeilen, gefolgt von drei Auslassungspunkten, und verweise mittels Link auf dein Blog oder auf deine Website, wo der Rest zu lesen ist. Es ist nicht nötig, dass du mit einem vollständigen Beitrag den Diskussionsfaden aufblähst. Und auch für dich gilt: Mehr Traffic für deine Website!

20 Wirb oder stirb
Verfasse jeden Tag einen Beitrag mit Werbecharakter, den du über Twitter und andere Kanäle verbreitest. Die meisten Menschen sind von Werbung begeistert. Je mehr Selbstdarstellung, desto besser. Der Inhalt deiner Werbung ist nicht wichtig, auf die Häufigkeit kommt es an. Das Gesetz der Zahl arbeitet auch für dich.

21 Im Stream ganz oben
Kommentiere deinen eigenen Beitrag, wenn andere es nicht tun, so dass dein Beitrag im Stream immer “ganz oben” erscheint. Denke immer daran: Nur wer permanent sichtbar ist, bleibt interessant.

22 Höflichkeit war gestern
Verzichte auf höfliche Umgangsformen. Ob “Du” oder “Sie”, ob Grußformel oder nicht, das ist unerheblich. Deine Beiträge oder Kommentare dienen lediglich der geschäftlichen Selbstdarstellung. Du befindest dich nicht auf Sympathiesuche.

23 Der richtige Zeitpunkt
Poste deine Beiträge freitags ab 18:00 Uhr, wenn du unbedingt willst, dass deine belanglosen und völlig sinnfreien Beiträge gelesen und noch belangloser und sinnfreier kommentiert werden. So bekommst du garantiert eine erhöhte Aufmerksamkeit für das ganze Wochenende und die Leserschar verbindet mit dir garantiert keinen seriösen Geschäftsmann.

24 Weisheiten und Sprüche
Bereichere Beiträge anderer mit irgendwelchen Weisheiten, die absolut nicht zum Thema passen und du erhöhst die Klickrate auf dein Profil um ein Vielfaches, wobei dann wiederum alle genannten Punkte zum Tragen kommen.

25 Beiträge vollständig zitieren
Zitiere auch die längsten Beiträge vollständig. Die lästige Meldung von XING kann man durch eine zusätzliche Leerzeile unterdrücken. So erhalten auch die kürzesten Beiträge das nötige Volumen und die ihnen gebührende Aufmerksamkeit.

26 Für die Katz
Beschwere dich bei Moderatoren, dem Support und auf sämtlichen anderen Plattformen darüber, wie doof “Social Media” und “Networking” sind und dass das alles sowieso nicht funktioniert, wenn du nicht innerhalb von vier Wochen nach Anlegen eines Profils Aufträge erhalten hast.

27 Knallhart bleiben
Mache dir einen Namen als knallharte Persönlichkeit, indem du andere Beiträge stets kritisch und ggf. auch überhart angreifst – das stärkt dein Ansehen bei potentiellen Kunden – nur die Harten kommen voran!

28 Keine Schwäche zeigen
Beweise allen, dass du durchaus in der Lage bist, nicht immer alles so penetrant positiv zu sehen, und dass dein Fingerspitzengefühl sich längst in die Ellenbogen verlagert hat. Nur so wirst du für die Jobs in Frage kommen, bei denen Durchsetzungsfähigkeit gefragt ist.

29 Alle Jubeljahre
Melde dich bei XING an, knüpfe möglichst schnell viele Kontakte und melde dich in so vielen Gruppen an, wie nur möglich. Danach schaue nur noch sporadisch bei XING rein, du hast schließlich Wichtigeres zu tun.

30 Selbstreflexion
Gehe niemals in dich, denke nicht darüber nach, wie dein Verhalten und Handeln bzw. Nichthandeln im “Social Web” auf andere wirkt. Sie werden dir, ob du willst oder nicht, eine direkte oder subtile Antwort geben.

Eure Kommentare, liebe Leser, sind herzlich willkommen. Vielen Dank und humorvolle Grüße!

 

Autor und Copyright Foto: Aniello Scognamiglio

18 Tipps – So holst du mehr aus sozialen Netzwerken heraus

Ostern war kalt, so sehr, dass mir immer wieder ein “Frohe Weihnachten” herausrutschte. Die Eiersuche musste aufs nächste Jahr verschoben werden. Dafür verspürte ich Lust, in der kuscheligen Ecke des Parkcafés ein paar humorvolle Zeilen über “social networks” zu schreiben, die in ironischem und sarkastischem Gewand daherkommen.

Felicitas und Victor lernen sich auf der internationalen Übersetzerkonferenz in Berlin kennen. Sie unterhalten sich über soziale Netzwerke. Seit Jahren nutzt Victor u. a. XING für sein Übersetzungsgeschäft. Für Felicitas ist das Neuland. Victor möchte seinen Erfahrungsschatz mit Felicitas teilen und gibt ihr die folgenden “Tipps” mit auf den Weg:

01 Das Profil
Lege zunächst ein Profil an und fülle es sparsam mit aussagekräftigen Daten – ein paar SEO-freundliche Schlüsselwörter genügen. Wozu hast du so viel Geld in deine Website gesteckt? Du bist gut, die Kunden finden auch so zu dir. Mehr ist nicht nötig.

02 Die “Über mich”-Seite
Fülle die “Über mich”-Seite rudimentär aus. Wer etwas über dich erfahren und dich kontaktieren will, der findet über deine Website zu dir. Auf der “Über mich”-Seite solltest du nur den Link zu deiner Website platzieren. Eine weiße Fläche und der Link – das ist schick.

03 Der erste Eindruck
Denke nicht, dass Besucher deines Profils dem Foto große Bedeutung beimessen. Tausend Worte sagen mehr als ein Foto. Das Dummy-Foto genügt. Den Besucher interessiert nur, was du zu bieten hast und nicht, wie du aussiehst. Du bist hier nicht auf einer Dating-Plattform. Ein Profil ohne Foto ist wie ein Buch ohne Bilder – es regt die Fantasie an.

04 Sichtbarkeit
Reduziere deine Sichtbarkeit aufs Notwendigste. Zu viel des Guten kann deinem Geschäft schaden. Anpassungen kannst du in den Einstellungen deines Profils vornehmen. Ein paar Häkchen an der richtigen Stelle und Beiträge und Profil können von Suchmaschinen nicht gefunden werden.

05 Die Marke “Ich”
Schreibe ausschließlich über dich, deine Dienstleistungen, deine Marke, am besten immer in der Ich-Form und mit Link zu deiner Website, schließlich ist XING eine Businessplattform und keine Spielwiese. In deinen Beiträgen muss sich alles um dein Business drehen.

06 Das eigene Netzwerk erweitern
Erweitere dein Netzwerk, indem du möglichst viele XING-Mitglieder mit Kontaktanfragen beglückst. Nutze die standardisierte, unpersönliche Kontaktanbahnung. Besorge dir ein Tool, das dir diese Arbeit abnimmt. Nenne keinen Grund für deine Kontaktanfrage, das interessiert den Adressaten nicht. Biete Synergieeffekte an, das klingt vielversprechend.

07 Nur Geschäftliches zählt
Zeige dich nicht von deiner menschlichen Seite. Bei allem, was du tust, steht dein Geschäft im Vordergrund. Du bewegst dich auf einer Businessplattform, da ist Menschlichkeit fehl am Platz. Die Devise lautet: Verkaufen, verkaufen, verkaufen!

08 Persönliche Ansprache vermeiden
Vermeide die persönliche Ansprache, in der Kürze liegt die Würze. Verhalte dich wie ein Profi. Freundlichkeit bringt dein Business nicht weiter. Deine Beiträge klingen idealerweise wie Pressemitteilungen: kurz und bündig, auf den Punkt.

09 Inhalt über alles
Halte dich nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Besonders für Übersetzer gilt: Content is king. Rechtschreibung, Grammatik, Syntax, Stil usw., wen interessiert das schon? Schließlich bist du Übersetzer und kein Vertreter der schreibenden Zunft. Wenn es wirklich darauf ankommt, ziehst du einen Lektor hinzu.

10 Saugen stärkt, teilen schwächt
Interessiere dich nicht für fremde Beiträge. Wenn du einen Beitrag, Link oder
Kommentar gut findest, behalte es für dich, das verschafft dir einen Informationsvorsprung. Das Teilen von Wissen schwächt deine Position nur. Gerade in sozialen Netzwerken gilt: Das Nichtteilen von Wissen ist Macht. Also, nicht weitersagen und bloß keine Werbung für andere!

11 Branding
Verpasse keine Gelegenheit, um auch in anderen sozialen Netzwerken wie Twitter, LinkedIn oder Google+ auf für dein Geschäft werbende Beiträge hinzuweisen. Das Wichtigste ist, dass du auf dem Radar bleibst, dass du ja nicht in Vergessenheit gerätst.

12 Interaktion
Lasse die Beiträge anderer unkommentiert! Denke daran, es geht hier nur um dich. Interaktion mit anderen Mitgliedern ist die reinste Zeitverschwendung, und Zeit ist Geld. Mache es zu deiner Philosophie, dass du Beiträge nur dann kommentierst, wenn dein Name erwähnt wird. Motto: Willst du gelten, mach dich selten.

13 Shitstorms
Bitte die Moderatoren einzuschreiten und einen Beitrag zu entfernen, wenn ein Mitglied dich in einem Forum angreift, beleidigt oder Lügen über dich verbreitet, schließlich hast du keine Zeit, dich den Vorwürfen oder Anfeindungen zu stellen. Sollten aber deine Emotionen stärker sein als dein Verstand, dann schieße zurück, was das Zeug hält. Die Öffentlichkeit liebt Shitstorms.

14 Die Statusmeldung
Nutze die Statusmeldung für wichtige Mitteilungen wie “Mein Hund hat heute mehr Haare gelassen als gestern” oder “Mein Kunde hat mir heute auf die Schulter geklopft” oder “Ich sitze gerade im ICE nach Hamburg”. Die meisten Menschen sind von solchen Meldungen sehr angetan.

15 Der Teaser-Beitrag
Beginne deinen Beitrag stets mit einigen Interesse weckenden Zeilen, gefolgt von drei Auslassungspunkten, und verweise mittels Link auf dein Blog oder auf deine Website, wo der Rest zu lesen ist. Es ist nicht nötig, dass du mit einem vollständigen Beitrag den Diskussionsfaden aufblähst. Und auch für dich gilt: Mehr Traffic für deine Website!

16 Wirb oder stirb
Verfasse jeden Tag einen Beitrag mit Werbecharakter, den du über Twitter und andere Kanäle verbreitest. Die meisten Menschen sind von Werbung begeistert. Je mehr Selbstdarstellung, desto besser. Der Inhalt deiner Werbung ist nicht wichtig, auf die Häufigkeit kommt es an. Das Gesetz der Zahl arbeitet auch für dich.

17 Im Stream ganz oben
Kommentiere deinen eigenen Beitrag, wenn andere es nicht tun, so dass dein Beitrag im Stream immer “ganz oben” erscheint. Denke immer daran: Nur wer permanent sichtbar ist, bleibt interessant.

18 Höflichkeit war gestern
Verzichte auf höfliche Umgangsformen. Ob “Du” oder “Sie”, ob Grußformel oder nicht, das ist unerheblich. Deine Beiträge oder Kommentare dienen lediglich der geschäftlichen Selbstdarstellung. Du befindest dich nicht auf Sympathiesuche.

Weitere “Tipps” und Kommentare sind herzlich willkommen, vielen Dank und humorvolle Grüße!

 

Autor und Copyright Foto: Aniello Scognamiglio

 

Facebook bleibt Einbahnstraße

Düsseldorf, 21. März 2012

Zweite Social-Media-Studie von A.T. Kearney zeigt: Große Verbrauchermarken nutzen Möglichkeiten von Facebook zur Zwei-Wege-Kommunikation nicht aus

Obwohl Unternehmen Social Media allgemein als wichtige Priorität für 2012 ausgemacht haben, haben die meisten von ihnen nach wie vor keine Zwei-Wege-Kommunikation mit ihren Kunden etabliert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von A.T. Kearney, in der zum zweiten Mal die Facebook-Auftritte der weltweit 50 größten Marken untersucht wurden. Neben dem Maß an Verbraucherinteraktion wurden die Online-Unternehmenstransparenz sowie die Reaktionsbereitschaft der Unternehmen untersucht. Im Untersuchungszeitraum Dezember 2011 haben von den 48 Marken, die über ein Facebook-Profil verfügen, 27 auf keine einzige Kundenrückmeldung reagiert. 38 von 48 Unternehmen haben immer noch Company-Only oder Company-Filtered Walls. 94 Prozent der Unternehmen schließlich führen Besucher auf eine Seite mit Einweg-Kommunikation. Der Jahresvergleich zeigt, dass sich die wichtigsten Markenunternehmen nach wie vor schwer tun, Social Media im Spektrum der Unternehmenskommunikation anzunehmen. Im Gegensatz dazu jedoch hat die Menge der Online-Nachrichten von Kunden sehr stark zugenommen, was auf die zunehmend wichtige Rolle von Social Media als Kommunikationsinstrument hinweist.

Dr. Martin Fabel, Partner und Marketing-Experte bei A.T. Kearney, erläutert: „Die von uns untersuchten Unternehmen vereinen 180 Millionen Online-Fans auf sich; 3.000 ihrer Posts haben wir uns in unserer Studie näher angeschaut. Dabei haben wir festgestellt, dass die Mehrheit der Unternehmen noch stark in den alten Gewohnheiten der Einweg-Kommunikation gefangen ist, obwohl die User ihrer Erwartung, mit ihren Marken zu interagieren, immer stärkeren Ausdruck verleihen. Zwar gibt es eine Handvoll Marken, die ihre Aktivitäten auf Facebook im letzten Jahr intensiv weiterentwickelt hat, mehrheitlich hinken sie mit ihrer Kommunikation und Interaktion in den sozialen Medien jedoch hinterher.“

Nach wie vor wenig Interaktion

Die Untersuchung hat ergeben, dass 94 Prozent (2011: 91 Prozent) der Unternehmen ihre Besucher auf eine Seite leiten, die lediglich Kommunikation in eine Richtung zulässt.

Darüber hinaus haben 38 von 48 Unternehmen mit einer Facebook-Seite ihre Wall gefiltert, um ausschließlich Company-Only-Posts anzuzeigen, oder ihre Wall auf Unternehmens-Posts begrenzt. Nur ein Unternehmen ist seit der letzten Studie dazu übergegangen, ungefiltert zu kommunizieren.

Auch hinsichtlich der Reaktionsbereitschaft hat sich kaum etwas verändert: 27 von 48 Unternehmen reagierten auf keine einzige Kundenrückmeldung. Nur vier Unternehmen reagierten auf mehr als 25 Prozent der Kunden-Posts. In der Untersuchung aus dem vergangenen Jahr verzichteten 25 von 45 auf jedwede Reaktion gegenüber Kunden.

„Heute sind die Konsumenten vielleicht zufrieden oder sogar überrascht, wenn sie eine direkte Rückmeldung von einem Unternehmen erhalten. Die Kunden von morgen jedoch werden ungleich höhere Erwartungen haben“, so Marketing-Experte Fabel.

Was Verbrauchern „gefällt“

Immer stärker weisen die User darauf hin, welche Art von Interaktion sie wünschen bzw. erwarten. Mit der „Gefällt mir“-Schaltfläche von Facebook als einem Indikator zeigte die neue Studie, dass den Verbrauchern persönliche Unternehmens-Posts durchschnittlich zweieinhalb Mal mehr „gefallen“ als alle anderen Arten von Unternehmens-Posts zusammen.

Dabei wurden vier Arten von Posts untersucht: Persönliche Posts, die aus einer persönlichen Frage oder einem persönlichen Statement der Verbraucher bestehen, aber nicht speziell das Produkt bewerben; Werbe-Posts, die mit einem Gutschein verbunden sein können; informative Posts, die produktrelevante Informationen für die Verbraucher bereitstellen; und schließlich externe Posts, die sich auf Inhalte außerhalb von Facebook beziehen und einen Link mitliefern und vom Unternehmen selbst erstellt sein können, aber nicht müssen.

Hier liegt ein deutlicher Unterschied zum Vorjahresergebnis vor, als 80 Prozent der Verbraucher-„Likes“ über persönliche, werbliche und informative Posts relativ gleichmäßig verteilt waren.

„Wenn man die Verbraucher dazu bekommt, sich zu äußern, dann tun sie etwas für eine Marke – egal, ob sie ihnen ‚gefällt‘ oder sie diese hassen, sie setzen sich für eine Meinung ein. Und genau hier bietet sich ein wichtiger Anknüpfungspunkt für Unternehmen“, erklärt Fabel.

Ähnlich wie im letzten Jahr erfolgte über die Hälfte aller Konsumentenrückmeldungen in direktem Zusammenhang mit persönlichen Unternehmens-Posts. Trotz dieser Tatsache jedoch posten Unternehmen nicht annähernd so viele persönliche Nachrichten wie werbliche oder externe Posts – 61 Prozent der im Rahmen der Studie überprüften Unternehmens-Posts waren werblicher oder externer Natur, nur 13 Prozent waren persönlich.

„Alles deutet darauf hin, dass wir uns nicht nur an Social-Media-Marketing gewöhnen müssen, sondern dass es sich hier um einen Trend handelt, den man so schnell und kreativ wie irgend möglich mitgestalten sollte. Unternehmensinteraktion mit Konsumenten ist ganz klar gefragt und die Verbraucher werden diese Nachfrage immer intensiver zum Ausdruck bringen. Für Unternehmen, die ihnen zuhören und die Chance nutzen, mehr über sie zu erfahren, sind die Chancen enorm”, so Fabel abschließend.

Über die Social-Media-Studie

Die Social-Media-Untersuchung von A.T. Kearney wurde 2010 erstmalig durchgeführt, um den wachsenden Raum zu begreifen, den die sozialen Medien in der Kommunikation und den Verbraucherbeziehungen von Unternehmen aus Handel und Konsumgüterindustrie einnehmen. Die Top-50 Unternehmen wurden aus dem Interbrand-Ranking der weltweit wichtigsten Marken 2011 ausgewählt und die Facebook-Profilseiten anhand verschiedener Kriterien untersucht.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Meike Fuhlrott
Marketing und Communications
A.T. Kearney GmbH
Kaistraße 16 A
40221 Düsseldorf
Deutschland

 

Quelle: A. T. Kearney, Pressemitteilung vom 21.03.2012

Fotonachweis: Gerd Altmann (pixelio.de)

B2B Online-Monitor 2012 – Kommunikationsstrategie: Erklärtes Ziel mit schlechten Voraussetzungen

20. März 2012

Der B2B Online-Monitor ist erneut Augenöffner des deutschen B2B-Sektors: Die diesjährigen Ergebnisse der Studie zeigen beim Thema Kommunikationsstrategie einen deutlichen Widerspruch zwischen Eigenwahrnehmung der Unternehmen und tatsächlicher Umsetzung. Durchgeführt wurde die Umfrage im dritten Jahr in Folge von Die Firma, Spezialist für digitale B2B-Kommunikation, und dem B2B-Marktforschungsunternehmen Consultic. Die Ergebnisse inklusive Editorial, Executive Summary, Interviews mit namenhaften Kommunikationsexperten und dem Fazit stehen ab sofort unter www.b2b-online-monitor.de kostenfrei zur Verfügung.

Zwar bewerten 87 Prozent der befragten Unternehmen eine ganzheitliche Online-Kommunikationsstrategie als notwendig, rund drei Viertel planen sogar konkret deren Entwicklung oder Ausbau. Dennoch gibt über die Hälfte der Teilnehmer an, dass Geschäftsbereiche nicht gemeinsam an der Entwicklung der Online-Kommunikation beteiligt sind. Die kommunikative Schulung der Mitarbeiter und ihre ganzheitliche Einbindung in die Kommunikationsmaßnahmen fehlen bei 44 Prozent. Rund 70 Prozent der Unternehmen gestehen zudem, dass ihre Software-Lösungen und Web-Technologien nicht oder nur unzureichend miteinander vernetzt sind.

Komplexität und knappe Ressourcen als Stolpersteine

Aufschlussreiches zeigt auch die Frage nach den strategisch wichtigen Teilbereichen zur digitalen Markenführung: Im Durchschnitt beurteilen die Teilnehmer elf von siebzehn Teilbereichen als bedeutsam. Gleichzeitig geben rund drei Viertel aller Unternehmen an, dass sich maximal bis zu fünf Mitarbeiter mit der Online-Kommunikation beschäftigen. Die internen Ressourcen, um die Komplexität der modernen Kommunikationslandschaft strategisch sinnvoll bewältigen zu können, scheinen somit sehr begrenzt. Trotzdem bleiben auch die finanziellen Mittel für externes Know-how knapp: 59 Prozent der Befragten geben jährlich maximal bis zu 50.000 Euro für entsprechende Dienstleister aus.

Social Media und mobile Kommunikation

Social Media und das Thema „Mobile Kommunikation und Anwendungen“ sind bei den Teilnehmern präsent: Die Unternehmen zeigen sich im Bereich Social Media aktiver als im Vorjahr, 38 Prozent sind jedoch mit den bisherigen Ergebnissen unzufrieden. Ursachen sind auch hier eine fehlende Strategie, die 48 Prozent der Befragten einräumen, oder fehlendes Monitoring, das 58 Prozent angeben. Im Hinblick auf mobile Anwendungen verhalten sich insbesondere kleine und mittlere Unternehmen noch abwartend. Das Thema steht allerdings auf der Agenda: Die Hälfte der Teilnehmer erklärt, dass sich der Zugriff auf ihre Website über mobile Endgeräte in den kommenden zwei Jahren mindestens verdoppeln wird. 37 Prozent sehen zudem durch mobile Anwendungen und Funktionen einen Mehrwert für die Kunden und 32 Prozent gehen davon aus, dass ihre Mitarbeiter zunehmend mit mobilen Geräten ausgestattet werden.

„Einerseits ist es erfreulich, dass Themen wie Social Media und mobile Kommunikation in den Unternehmen angekommen sind“, sagt Marco Fischer, Geschäftsführer von Die Firma. „Andererseits erschreckt der Widerspruch zwischen angestrebter Kommunikationsstrategie und den dafür geschaffenen Voraussetzungen. Mit unangepassten Prozessen sowie minimalen personellen und finanziellen Ressourcen bleibt es mehr als zweifelhaft, ob eine vernetzte und ganzheitliche Kommunikation tatsächlich entstehen kann. Im Hinblick auf die Komplexität der heutigen Kommunikationslandschaft muss dies aber zwangsläufig zu Problemen und Misserfolgen führen. Nicht zuletzt weisen zahlreiche Kommunikationstrends im B2B-Bereich in eine Richtung: Zukunftsweisend stellen sich Unternehmen nur mit einem strategischen Ansatz auf, der vernetzt arbeitet, sich konsequent am Kunden orientiert und ein stimmiges Gesamterlebnis erzeugt.“

Methode

Der B2B Online-Monitor 2012 wurde zwischen dem 17. Oktober und dem 30. November 2011 als Online-Befragung durchgeführt. 220 Unternehmensvertreter nahmen daran teil. Die Mehrheit der Teilnehmer ist im Bereich Marketing/Produktmanagement oder Unternehmenskommunikation tätig, ein signifikanter Anteil kommt aus Vorstand oder Geschäftsführung der Unternehmen. Hinsichtlich Unternehmensgröße und -umsatz hat der B2B Online-Monitor eine breite Basis von mittelständischen Betrieben bis zu Unternehmen mit konzernähnlichen Strukturen befragt.

 

Quelle: Pressemeldung, Ronny Drews, Presse & Öffentlichkeitsarbeit,
Telefon: +49 611 2385027 – r.drews(at)diefirma.de

Fotonachweis: Stephanie Hofschläger (pixelio.de)