Kurs “Web-Technologien” – Impressionen und Ausblick

Für Fachübersetzer ist Fortbildung in ihrem Fachgebiet mindestens genauso wichtig wie die Verbesserung ihrer sprachlichen Kompetenz. Es ist noch kein Jahr her, dass ich im Web auf das Online-Kursangebot des Hasso-Plattner-Instituts gestoßen bin. Ab Juni stand der Kurs “Web-Technologien” auf dem Programm. Vor einigen Tagen ist der Kurs zu Ende gegangen. Meine Eindrücke möchte ich sowohl für Übersetzerkollegen als auch für IT-Interessierte kurz zusammenfassen.

Der Onlinekurs in deutscher Sprache zeigt auf, wie das Web und die verschiedenen Web-Technologien funktionieren. Dozent ist Herr Prof. Dr. Christoph Meinel. Zunächst werden die dem Web zugrundeliegenden Basistechnologien URI, HTTP, HTML, CSS und XML behandelt. Es folgen Webservices und die Techniken der Webprogrammierung mit Übungen. Weiter geht es mit der Frage, wie Suchmaschinen, die uns als Wegweiser in der digitalen Welt so schnell und zuverlässig helfen, Inhalte und Dienstangebote im Web zu finden, eigentlich funktionieren. Der Kurs schließt mit einem Ausblick auf das Cloud Computing, das die Art und Weise, wie wir in Zukunft auf Ressourcen wie Rechenleistungen und Anwendungen zugreifen werden, grundlegend verändert.

Das Wissen wird in Form von zahlreichen Videoeinheiten und Selbsttests, Hausaufgaben, Fachliteratur und Tutorials vermittelt. Diskussionsgruppen bieten eine gute Gelegenheit, Wissen zu vertiefen oder sich einfach nur über Fragen und Themen auszutauschen. In einer zweistündigen Abschlussklausur wird der in sechs Wochen behandelte Stoff abgefragt. Durch Selbsttests und Hausaufgaben am Ende einer Kurswoche können Sie 50 % der Gesamtpunkte erreichen, die Abschlussklausur bringt maximal weitere 50 % der Gesamtpunkte ein. Wenn Sie die 50 %-Marke der Gesamtpunkte knacken, erhalten Sie ein Teilnahmezertifikat, wenn Sie darunter liegen, können Sie sich über eine Teilnahmebescheinigung freuen. 1.726 Teilnehmern wurde ein Zertifikat ausgestellt, 431 erhielten eine Teilnahmebescheinigung.

Gesamteindruck: Der gut strukturierte Kurs ist sehr empfehlenswert. Er vermittelt einen umfassenden Überblick über Web-Technologien. Allerdings sollten Sie Vorkenntnisse in IT und Programmierung und Zeit mitbringen.

Ich freue mich auf die nächsten Kurse “In-Memory Data Management” und “Business Process Technology” in englischer Sprache (Kursbeginn: Ende August). Der Kurs “Web-Technologien” steht wie die bereits stattgefundenen Kurse “Datenmanagement mit SQL”, von Prof. Dr. Felix Naumann, “Semantic Web Technologies”, von Dr. Harald Sack und “Internetworking mit TCP/IP”, von Prof. Dr. Christoph Meinel, registrierten Teilnehmern im Archiv zur Verfügung.

Wenn Sie Interesse am Kurs “Web-Technologien” oder an einem anderen Kurs haben, dann können Sie sich auf der openHPI-Website informieren und anmelden: https://openhpi.de/

Sehen wir uns beim nächsten Kurs?

Sonnige Grüße
Aniello Scognamiglio

 

openHPI-Logo: http://www.hpi.uni-potsdam.de/presse/fotos/logos_und_bildmarken.html
Copyright Grafiken: Aniello Scognamiglio

 

2 Gedanken zu “Kurs “Web-Technologien” – Impressionen und Ausblick

  1. Ich bin schon seit dem ersten Kurs dabei und kann bestätigen, dass es sehr profitabel ist, diese komprimierten online-Studien bei open hpi zu belegen. Es nehmen sehr viele Studenten auch teil, die natürlich an Wissen weit voraus sind, zumal sie aktuell mit der Materie – meist als Informatikstudenten – zu tun haben. Andere Teilnehmer belegen das Studium neben dem Beruf, was viel Disziplin erfordert, denn die so wenig klingenden Stunden sind, je nach Erfolgsehrgeiz, erheblich mehr… Wenn man nur das Material, das auch schon sehr viel Aufschluss über die Hintegründe dessen bringtt, was man womöglich seit vielen Jahren schon praktisch erlebt und erarbeitet hat, sichten und durchlesen will, kommt man mit 4-6 Stunden pro Woche aus. Absolviert man zusätzlich die Wochenklausuren und die Bonusaufgaben, am Ende noch die Abschlussprüfung, dürften sich nochmals pro Woche 3-4 Stunden zusätzlich ergeben… 40 Stunden-Woche und 10-12 Stunden Studium nebenher – das ist anstrengend, aber es lohnt sich! In der lebhaften Community finden sich immer wieder hilfsbereite Mitstudenten, die bei Fragen konstruktiv antworten; das hpi team steht auch jederzeit zur Verfügung, aber in Anbetracht der Vielzahl von Teilnehmern (bei englsich sprachigen Kursen sind es mehrere Tausend aus aller Welt…) und der Tatsache, dass die Teammitglieder selbst noch studieren bzw. hauptberuflich innerhalb des HPI umfangreiche Aufgaben haben, ist nicht immer zeitnaher Support zu leisten – das gleichen eben die “Spezialisten” im Forum größtenteils aus und das hilft sehr! Durch die Community erfährt man auch viel über Praxis anderswo, jedes Unternehmen gleich welcher Größe hat andere IT-Prozesse/Konstellationen/Probleme, es ist ein absolut interessanter Informationsaustausch unter Einhaltung von Datenschutz natürlich; ein Ehrenkodex sichert zudem auch die Disziplin in den Beiträgen – auch wenn bei manchen Themen schon sehr heftige Worte fielen, es ist eben ein Diskurs, und das unter Menschen – obwohl es um Maschinen geht!
    Die Einführungsvideos machen immer viel Appetit und dabei überlesen manche, dass es nicht um “Null Vorkenntnisse” geht, sondern durchaus Vorwissen benötigt wird – dadurch entlädt sich mancher Frust in den ersten Wochen, aber viele halten durch, unterstützt von der Community und den Tutoren des Teams. Als Grundvoraussetzung sollte jeder guten Umgang mit Windows, Browserhandling und Lesen mitbringen, denn wenn die Texte verstanden werden, ob Stoff oder postings, dann läuft es einfach!
    Das Angebot ist kostenlos und wird von HPI stets optimiert aus den jeweiligen Kurserfahrungen resultierend. Es ist ein dynamisch wachsendes Produkt und daran teil zu haben ist eine professionelle Erfahrung, die bis in den persönlichen Bereich hinein Erkenntnisse verschafft. Aufgeschlossene Menschen mit dem Verlangen nach (Hintergrund)wissen finden hier ihren Platz.
    Übrigens – es gibt eine Ü60 Gruppe! Wie auch eine Tech-Wiki-Gruppe und viele andere, es ist also nebenbei auch ein soziales Netzwerk, das unter der Aufsicht von Profis rund um die Uhr verfügbar ist. Bleibt eigentlich nur der Rat: Mitmachen!
    Ciao Aniello – cordiali auguri!
    Agnes

    • Hallo Agnes,

      vielen Dank für deinen ausführlichen und informativen Beitrag. Deine Zahlen sind, was den Lernaufwand betrifft, sehr zutreffend. Je nach Kenntnis- und Erfahrungshintergrund und Zielsetzung investiert ein Kursteilnehmer mehr, ein anderer weniger Zeit. Gut auch dein Hinweis, dass für die openHPI-Kurse kein Geld in die Hand zu nehmen ist. Wer meint, was nichts kostet (außer Zeit), könne auch nichts taugen, wird in diesem Fall eine mehr als positive Überraschung erleben.

      Sonnige Grüße
      Aniello

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