20. Internationaler Übersetzerkongress in Berlin

Der 20. Weltkongress des Internationalen Übersetzerverbandes FIT findet vom 4. – 6. August erstmals in Berlin statt. Die internationale Veranstaltung richtet sich an Übersetzer, Dolmetscher und Terminologen aus der ganzen Welt. Organisator der Veranstaltung ist der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer.

(Berlin, 3. April 2014) Wie arbeiten Dolmetscher und Übersetzer in Zukunft? Um aktuelle Themen und Trends der Branche geht es auf dem 20. Weltkongress des Internationalen Übersetzerverbandes FIT (Fédération Internationale des Traducteurs) vom 4. – 6. August in Berlin. An drei Tagen gibt es mehr als 200 Vorträge, Podiumsdiskussionen, Posterpräsentationen und Kurzseminare. Das Themenangebot reicht von Literaturübersetzen, Dolmetschen im juristischen Bereich und Terminologie bis hin zu Marketing für Dolmetscher und Übersetzer. 16 Veranstaltungen widmen sich dem Themenschwerpunkt „Mensch und Maschine“. Dabei gehen Experten der Frage nach, wo die Chancen und Risiken maschineller Übersetzung liegen. Die Kongresssprachen sind Deutsch, Englisch und Französisch. Gut ein Drittel der Veranstaltungen wird verdolmetscht. Der FIT-Weltkongress richtet sich an Dolmetscher, Übersetzer und Terminologen sowie an Hochschullehrer und Studierende dieses Fachbereichs. Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) ist Ausrichter der Veranstaltung. Noch bis 30. April gilt ein Frühbucherrabatt (www.fit2014.org).

Was den Weltkongress auszeichnet, ist seine Internationalität. Der Veranstalter, der Internationale Übersetzerverband FIT, ist der größte internationale Zusammenschluss von Übersetzer-, Dolmetscher- und Terminologenverbänden der Welt. Über 120 Berufsverbände und Ausbildungsinstitute aus 60 Ländern sind Mitglied des Dachverbandes FIT. Alle drei Jahre findet ein Weltkongress in einem anderen Land statt. Nach Stationen in Schanghai und San Francisco findet der FIT-Weltkongress nun erstmals in Berlin statt. Es haben sich bereits Teilnehmer aus mehr als 50 Ländern registriert. Sie kommen beispielsweise aus
Ägypten, Südafrika, Kanada und der Volksrepublik China. Auch die Experten, die ihr Wissen auf dem Kongress weitergeben, reisen aus der ganzen Welt an.

Der Fokus der Veranstaltung liegt auf Erfahrungsaustausch, Weiterbildung und Netzwerken. Für Dolmetscher und Übersetzer aus deutschsprachigen Ländern bietet sich die einmalige Gelegenheit, persönliche Kontakte zu Berufskollegen rund um den Globus zu knüpfen. Um das internationale Netzwerken zu erleichtern, gibt es für registrierte Teilnehmer über die Konferenzwebsite die Möglichkeit, mit anderen Teilnehmern in Kontakt zu treten und sich auf dem Kongress zu verabreden. Eine Stellenbörse und eine begleitende Fachmesse
ergänzen das Kongressprogramm.

„Das Unübersetzbare übersetzen“
In der Eröffnungsveranstaltung am 4. August geht es um „Das Unübersetzbare übersetzen – ein Thema nur für Literaturübersetzer?“. Es diskutieren Oili Suominen und Per Øhrgaard, zwei der „dienstältesten“ Übersetzer der Werke von Günter Grass. Im Gespräch mit Übersetzerin Susanne Höbel, Präsidentin des Freundeskreises zur Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen, dreht sich alles um ein Thema, vor dem viele Übersetzer bei ihrer täglichen Arbeit stehen: Texte zu übersetzen, „die eigentlich nicht zu
übersetzen sind“. Die Eröffnungsveranstaltung soll dazu anregen, den alltäglichen Herausforderungen des Übersetzens unterschiedlichster Textsorten nachzuspüren und seine Facetten zu beleuchten.

Die Eröffnungsveranstaltung zeigt eine weitere Stärke des FIT-Weltkongresses: Das Programm ist „aus der Praxis für die Praxis“. Wer sich bis zum 30. April anmeldet, profitiert von einem Frühbucherrabatt. Studierende zahlen eine ermäßigte Teilnahmegebühr. Nähere Informationen zum Programm und Anmeldung zum FIT-Weltkongress unter www.fit2014.org.

Quelle: Presseinformation des BDÜ am 03. April 2014
Text: Birgit Golms, www.golms-communications.com
Bildnachweis: BDÜ – www.presse.bdue.de

E-Petition zur Erhöhung der Vergütung für Übersetzer und Dolmetscher im Justizbereich

Die Qualität der Sprachmittlung in Straf- und Zivilverfahren ist von elementarer rechtsstaatlicher Bedeutung. Es geht um die Sicherung der Rechte der Betroffenen, der Menschenwürde, der Gerechtigkeit.

Der im Bundestag zu beratende Entwurf des 2. Kostenrechtsmodernisierungsgesetzes soll durch eine gemeinsame Petition der deutschen Übersetzer und Dolmetscherverbände noch verändert werden.

Das 2004 eingeführte Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG) brachte für Dolmetscher und Übersetzer bereits eine schmerzliche Senkung der Vergütung. Das Honorar für Übersetzungen soll mit dem jetzt vorliegenden Gesetzentwurf gegenüber der im Jahr 1994 gezahlten Entschädigung (bezogen auf eine Zeile mit 55 Anschlägen) am oberen Ende um 67% sinken, am unteren Ende um lediglich 18% steigen. Dabei geht der Gesetzgeber selbst von einer Erhöhung des Index seit 2004 um knapp 19 % aus. Unberücksichtigt blieb dabei sowohl der Zeitraum von 1994 bis 2004 ohne Steigerung der Vergütungen als auch die Tatsache, dass mit diesem Gesetz die Vergütungen wieder für mindestens weitere 10 Jahre festgeschrieben werden sollen.

Wir Übersetzer und Dolmetscher dringen darauf, dass unser Berufsstand in fairer Weise an der Einkommensentwicklung der vom Gesetzentwurf betroffenen Berufsgruppen beteiligt und die dort enthaltene unverhältnismäßige Schlechterstellung der Übersetzer abgeändert wird.

Durch ein faires und auskömmliches Vergütungssystem muss verhindert werden, dass hochqualifizierte Sprachmittler dem Justizsystem den Rücken kehren und billige, nicht qualifizierte Laien als Dolmetscher und Übersetzer tätig werden – mit entsprechend mangelhaften Leistungen und negativen Konsequenzen für das Funktionieren des Rechtssystems in Deutschland.

Dolmetscher und Übersetzer fordern deshalb:
• eine deutliche Anhebung der Honorare für Dolmetscher,
• Zuschläge für Nachtarbeit sowie die Tätigkeit an Sonn- und Feiertagen,
• die Anpassung des Ausfallhonorars an die marktüblichen Regelungen,
• eine deutliche Erhöhung der Vergütung für Übersetzer,
• die Streichung der Vergütungsvereinbarungen nach § 14 JVEG,
• eine Verpflichtung aller staatlichen Ermittlungsbehörden zur Vergütung nach den Sätzen des JVEG.

Die Qualität der Sprachmittlung in Straf- und Zivilverfahren ist von elementarer rechtsstaatlicher Bedeutung. Es geht um die Sicherung der Rechte der Betroffenen, der Menschenwürde, der Gerechtigkeit. Dafür muss sichergestellt werden, dass sprachlich und fachlich hochqualifizierte Dolmetscher und Übersetzer bei Gericht und in den vorausgehenden Ermittlungsverfahren zum Einsatz kommen und auskömmlich vergütet werden. Dolmetscher und Übersetzer sehen die aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich mit Besorgnis.

Das von der Bundesregierung verabschiedete Zweite Kostenrechtsmodernisierungsgesetz ist die dritte Neuordnung der Vergütungen für Dolmetscher und Übersetzer in Gerichtsverfahren. Waren früher die im Justizbereich festgeschriebenen Honorarsätze für Dolmetscher und Übersetzer Richtschnur für den übrigen Markt, so hat sich dies stark verändert: In der Wirtschaft werden inzwischen zum Teil deutlich höhere Honorare gezahlt als bei den Strafverfolgungsbehörden.

Die Einführung des Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetzes (JVEG) im Jahr 2004 führte faktisch schon zu einer Senkung der Vergütungen. Das Honorar für Übersetzungen soll mit dem vorliegenden Gesetzentwurf gegenüber der vor dem JVEG geltenden Entschädigung im Jahr 1994 (bezogen auf eine Zeile mit 55 Anschlägen) am oberen Ende um 67% sinken, am unteren Ende um lediglich 18% steigen. Dabei schrieb der Gesetzgeber selbst in seinem Entwurf, dass für den Zeitraum von 2004 „bis zum geplanten Inkrafttreten des Zweiten Kostenrechtsmodernisierungsgesetzes am 1. Juli 2013 […] von einer Erhöhung des Index um knapp 19 % ausgegangen werden (kann)“; unberücksichtigt bleibt dabei der Zeitraum von 1994 bis 2004. Hinzu kommt, dass die mit dem Gesetz festzulegenden Vergütungen wieder für etwa 10 Jahre Bestand haben sollen.

Wir dringen darauf, dass auch unser Berufsstand an der Einkommensentwicklung der vom Kostenrechtsmodernisierungsgesetz betroffenen Berufsgruppen in vergleichbarer Weise beteiligt wird. Staatliche Ermittlungsstellen zahlen oft Honorare, die sogar noch deutlich unter den gesetzlich festgelegten Vergütungen liegen. Der vom Gesetzgeber geplante zehnprozentige Abschlag auf marktübliche Honorare ist nicht hinnehmbar, da es sich bei den Aufträgen der Justizbehörden nicht um große Volumina handelt und er anderen Berufsgruppen wie Rechtsanwälten auch nicht zugemutet wird. Weitergehende Abschläge durch die Möglichkeit des Abschlusses von Vergütungsvereinbarungen ohne Gegenleistung sind eine unzumutbare Benachteiligung für Dolmetscher und Übersetzer.

Bitte unterstützen Sie durch Ihre Mitzeichnung in den nächsten drei Wochen (Ende der Mitzeichnungsfrist: 26.03.2013) die eingereichte E-Petition an den Bundestag. Die Petition finden Sie hier: https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2012/_11/_15/Petition_37857.html Für die Registrierung und Teilnahme an der Petition sind nur fünf Minuten erforderlich.

Hier finden Sie weitere Informationen: http://www.aticom.de/dateien/Vergleich-JVEG-ZSEG.pdf und http://www.neuerichter.de/details/artikel/article/richtlinie-201064eu-ueber-das-recht-auf-dolmetschleistungen-un.html

Bitte unterstützen Sie die E-Petition auch dann, wenn Sie nicht Übersetzer oder Dolmetscher bzw. nicht als Übersetzer oder Dolmetscher für die Justiz tätig sind. Sie können gerne auch Ihr berufliches und privates Umfeld über die laufende Petition informieren, z. B. via Twitter, Hashtag #Petition37857.

Vielen herzlichen Dank fürs “Zwitschern”!

Bildnachweis: Gerd Altmann – pixelio.de