20. Internationaler Übersetzerkongress in Berlin

Der 20. Weltkongress des Internationalen Übersetzerverbandes FIT findet vom 4. – 6. August erstmals in Berlin statt. Die internationale Veranstaltung richtet sich an Übersetzer, Dolmetscher und Terminologen aus der ganzen Welt. Organisator der Veranstaltung ist der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer.

(Berlin, 3. April 2014) Wie arbeiten Dolmetscher und Übersetzer in Zukunft? Um aktuelle Themen und Trends der Branche geht es auf dem 20. Weltkongress des Internationalen Übersetzerverbandes FIT (Fédération Internationale des Traducteurs) vom 4. – 6. August in Berlin. An drei Tagen gibt es mehr als 200 Vorträge, Podiumsdiskussionen, Posterpräsentationen und Kurzseminare. Das Themenangebot reicht von Literaturübersetzen, Dolmetschen im juristischen Bereich und Terminologie bis hin zu Marketing für Dolmetscher und Übersetzer. 16 Veranstaltungen widmen sich dem Themenschwerpunkt „Mensch und Maschine“. Dabei gehen Experten der Frage nach, wo die Chancen und Risiken maschineller Übersetzung liegen. Die Kongresssprachen sind Deutsch, Englisch und Französisch. Gut ein Drittel der Veranstaltungen wird verdolmetscht. Der FIT-Weltkongress richtet sich an Dolmetscher, Übersetzer und Terminologen sowie an Hochschullehrer und Studierende dieses Fachbereichs. Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) ist Ausrichter der Veranstaltung. Noch bis 30. April gilt ein Frühbucherrabatt (www.fit2014.org).

Was den Weltkongress auszeichnet, ist seine Internationalität. Der Veranstalter, der Internationale Übersetzerverband FIT, ist der größte internationale Zusammenschluss von Übersetzer-, Dolmetscher- und Terminologenverbänden der Welt. Über 120 Berufsverbände und Ausbildungsinstitute aus 60 Ländern sind Mitglied des Dachverbandes FIT. Alle drei Jahre findet ein Weltkongress in einem anderen Land statt. Nach Stationen in Schanghai und San Francisco findet der FIT-Weltkongress nun erstmals in Berlin statt. Es haben sich bereits Teilnehmer aus mehr als 50 Ländern registriert. Sie kommen beispielsweise aus
Ägypten, Südafrika, Kanada und der Volksrepublik China. Auch die Experten, die ihr Wissen auf dem Kongress weitergeben, reisen aus der ganzen Welt an.

Der Fokus der Veranstaltung liegt auf Erfahrungsaustausch, Weiterbildung und Netzwerken. Für Dolmetscher und Übersetzer aus deutschsprachigen Ländern bietet sich die einmalige Gelegenheit, persönliche Kontakte zu Berufskollegen rund um den Globus zu knüpfen. Um das internationale Netzwerken zu erleichtern, gibt es für registrierte Teilnehmer über die Konferenzwebsite die Möglichkeit, mit anderen Teilnehmern in Kontakt zu treten und sich auf dem Kongress zu verabreden. Eine Stellenbörse und eine begleitende Fachmesse
ergänzen das Kongressprogramm.

„Das Unübersetzbare übersetzen“
In der Eröffnungsveranstaltung am 4. August geht es um „Das Unübersetzbare übersetzen – ein Thema nur für Literaturübersetzer?“. Es diskutieren Oili Suominen und Per Øhrgaard, zwei der „dienstältesten“ Übersetzer der Werke von Günter Grass. Im Gespräch mit Übersetzerin Susanne Höbel, Präsidentin des Freundeskreises zur Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen, dreht sich alles um ein Thema, vor dem viele Übersetzer bei ihrer täglichen Arbeit stehen: Texte zu übersetzen, „die eigentlich nicht zu
übersetzen sind“. Die Eröffnungsveranstaltung soll dazu anregen, den alltäglichen Herausforderungen des Übersetzens unterschiedlichster Textsorten nachzuspüren und seine Facetten zu beleuchten.

Die Eröffnungsveranstaltung zeigt eine weitere Stärke des FIT-Weltkongresses: Das Programm ist „aus der Praxis für die Praxis“. Wer sich bis zum 30. April anmeldet, profitiert von einem Frühbucherrabatt. Studierende zahlen eine ermäßigte Teilnahmegebühr. Nähere Informationen zum Programm und Anmeldung zum FIT-Weltkongress unter www.fit2014.org.

Quelle: Presseinformation des BDÜ am 03. April 2014
Text: Birgit Golms, www.golms-communications.com
Bildnachweis: BDÜ – www.presse.bdue.de

CAT-Tool-Umfrage

Inzwischen sind wieder einige Jahre vergangen. Kevin Lossner, Betreiber des Blogs “Translation Tribulations”, führt bis Ende des Jahres eine Online-Umfrage durch. Die beiden Fragen a) Welche CAT-Tools verwendest du zur Produktivitätssteigerung? und b) Wie viele CAT-Tools unterstützen deine Übersetzungsprozesse? können Aufschluss darüber geben, welche Tools heute in Übersetzerkreisen beliebt sind. Sollte sich deine CAT-Tool-Strategie bis Ende des Jahres ändern, kannst du zur Umfrage zurückkehren und deine Antworten entsprechend anpassen (Link “Stimme ändern”).

Alle Übersetzer sind herzlich eingeladen an dieser Umfrage teilzunehmen. Je mehr Stimmen, desto repräsentativer das Ergebnis. Bitte weitersagen, Mundpropaganda erwünscht! Vielen Dank, Kevin!

 

 

 

Die beiden Fragen befinden sich auf der linken Seite. Nur noch ein Klick: http://www.translationtribulations.com/2013/10/computer-aided-translation-tool-survey.html?utm_source=hootsuite&utm_campaign=hootsuite#!

Neues Jobportal für Fremdsprachenexperten

Fremdsprachen sind ein wichtiger Bestandteil für die berufliche Laufbahn und den Erfolg von Unternehmen. Um Menschen in lukrative und spannende Jobs zu bringen, hat das Langwhich-Sprachennetzwerk mit mehr als 50.000 aktiven Mitgliedern ein neues Portal online gestellt. Wer sich beruflich verändern möchte und einen neuen Job sucht, versucht es meist noch über die gängigen großen Jobportale wie Monster oder Stepstone. Allerdings gab es bislang noch kein spezialisiertes Portal, das sich ausschließlich mit der Vermittlung von Fremdsprachenprofis beschäftigt hat. Diese Lücke wird nun geschlossen. „Mit Fremdsprachen-Jobs.de können Unternehmen genau den richtigen Bewerber mit den passenden Skills suchen und finden. Das spart viel Zeit und Geld“, erklärt Walter Brandl, Geschäftsführer von Langwhich.com und Fremdsprachen-Jobs.de.

Bewerber und Unternehmen können von diesem aktiven Netzwerk profitieren. Die Veröffentlichung von Stellenanzeigen auf dem neuen Portal Fremdsprachen-Jobs.de ist kostengünstiger als andere Portale und fokussiert sich auf eine klar definierte Zielgruppe. Die Anzeigen bleiben mindestens 30 Tage sichtbar.

Die Stellenanzeigen sind im Paket günstiger. Durch das große Online-Netzwerk mit mehr als 50.000 aktiven Mitgliedern auf Facebook, Twitter oder XING werden die Stellenangebote täglich einem breiten und spezialisierten Publikum zugänglich gemacht und dauerhaft online gestellt. Die Jobsuche ist somit für den Bewerber, als auch für das Unternehmen zielgerichteter und führt schneller zum Erfolg. „Wir planen die Plattform weiter auszubauen und mehr Suchkriterien anzubieten, um die Jobsuche noch individueller zu gestalten“, ergänzt Brandl.

Personalabteilungen sind in den meisten Firmen chronisch überlastet. Hier hilft Fremdsprachen-Jobs.de, da nur Bewerbungen auf dem Tisch landen, die die richtigen Skills und Fähigkeiten beinhalten. Bei größeren Jobportalen ist der Streuverlust größer, Bewerbungen müssen aber dennoch gesichtet und bewertet werden, was wiederum Zeit in Anspruch nimmt, die anders besser investiert wäre.

In Deutschland sind aktuell mehr als 60 Jobportale online – aber keines davon ist auf den Fremdsprachenbereich spezialisiert.

Unter http://www.fremdsprachen-jobs.de/ erfahren Sie mehr über Fremdsprachen und Jobangebote. In der größten und aktivsten Fremdsprachengruppe auf XING erhalten Sie ebenfalls interessante Neuigkeiten rund um die Branche.

Quelle: Presseinformation der Langwhich GmbH, Nürnberg, 14.August 2013 – www.fremdsprachen-jobs.de
Bildnachweis: Langwhich GmbH

Kurs “Web-Technologien” – Impressionen und Ausblick

Für Fachübersetzer ist Fortbildung in ihrem Fachgebiet mindestens genauso wichtig wie die Verbesserung ihrer sprachlichen Kompetenz. Es ist noch kein Jahr her, dass ich im Web auf das Online-Kursangebot des Hasso-Plattner-Instituts gestoßen bin. Ab Juni stand der Kurs “Web-Technologien” auf dem Programm. Vor einigen Tagen ist der Kurs zu Ende gegangen. Meine Eindrücke möchte ich sowohl für Übersetzerkollegen als auch für IT-Interessierte kurz zusammenfassen.

Der Onlinekurs in deutscher Sprache zeigt auf, wie das Web und die verschiedenen Web-Technologien funktionieren. Dozent ist Herr Prof. Dr. Christoph Meinel. Zunächst werden die dem Web zugrundeliegenden Basistechnologien URI, HTTP, HTML, CSS und XML behandelt. Es folgen Webservices und die Techniken der Webprogrammierung mit Übungen. Weiter geht es mit der Frage, wie Suchmaschinen, die uns als Wegweiser in der digitalen Welt so schnell und zuverlässig helfen, Inhalte und Dienstangebote im Web zu finden, eigentlich funktionieren. Der Kurs schließt mit einem Ausblick auf das Cloud Computing, das die Art und Weise, wie wir in Zukunft auf Ressourcen wie Rechenleistungen und Anwendungen zugreifen werden, grundlegend verändert.

Das Wissen wird in Form von zahlreichen Videoeinheiten und Selbsttests, Hausaufgaben, Fachliteratur und Tutorials vermittelt. Diskussionsgruppen bieten eine gute Gelegenheit, Wissen zu vertiefen oder sich einfach nur über Fragen und Themen auszutauschen. In einer zweistündigen Abschlussklausur wird der in sechs Wochen behandelte Stoff abgefragt. Durch Selbsttests und Hausaufgaben am Ende einer Kurswoche können Sie 50 % der Gesamtpunkte erreichen, die Abschlussklausur bringt maximal weitere 50 % der Gesamtpunkte ein. Wenn Sie die 50 %-Marke der Gesamtpunkte knacken, erhalten Sie ein Teilnahmezertifikat, wenn Sie darunter liegen, können Sie sich über eine Teilnahmebescheinigung freuen. 1.726 Teilnehmern wurde ein Zertifikat ausgestellt, 431 erhielten eine Teilnahmebescheinigung.

Gesamteindruck: Der gut strukturierte Kurs ist sehr empfehlenswert. Er vermittelt einen umfassenden Überblick über Web-Technologien. Allerdings sollten Sie Vorkenntnisse in IT und Programmierung und Zeit mitbringen.

Ich freue mich auf die nächsten Kurse “In-Memory Data Management” und “Business Process Technology” in englischer Sprache (Kursbeginn: Ende August). Der Kurs “Web-Technologien” steht wie die bereits stattgefundenen Kurse “Datenmanagement mit SQL”, von Prof. Dr. Felix Naumann, “Semantic Web Technologies”, von Dr. Harald Sack und “Internetworking mit TCP/IP”, von Prof. Dr. Christoph Meinel, registrierten Teilnehmern im Archiv zur Verfügung.

Wenn Sie Interesse am Kurs “Web-Technologien” oder an einem anderen Kurs haben, dann können Sie sich auf der openHPI-Website informieren und anmelden: https://openhpi.de/

Sehen wir uns beim nächsten Kurs?

Sonnige Grüße
Aniello Scognamiglio

 

openHPI-Logo: http://www.hpi.uni-potsdam.de/presse/fotos/logos_und_bildmarken.html
Copyright Grafiken: Aniello Scognamiglio

 

Chrome in 127 Ländern Nummer 1

Chrome ist aktuell laut Daten von StatCounter in 127 Ländern der meistgenutzte Browser. Damit hat sich die Zahl der Länder, in denen der Google-Browser Marktführer ist, innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Die Konkurrenz von Firefox ist derzeit in 43 Ländern die Nummer eins; im Juni 2012 waren es noch 20 mehr. Am dramatischsten sind die Verluste für den einstigen Platzhirsch, Microsofts Internet Explorer (IE). Im vergangenen Monat war der IE noch in 23 Ländern der meistgenutzte Browser (-40 Länder ggü. Vorjahr). Die Entwicklung der letzten 12 Monate illustriert den rasanten Aufstieg von Chrome. Ganz so dramatisch wie hier dargestellt ist die Lage für die Chrome-Konkurrenten allerdings nicht. Der Blick auf die weltweiten Browser-Marktanteile zeigt, dass Chrome den Markt zwar dominiert, aber von einer beherrschenden Stellung – wie vor einigen Jahren der IE – noch ein ganzes Stück entfernt ist.

Quelle: http://de.statista.com/themen/651/google/infografik/1243/laender-in-denen-chrome-firefox-ie-marktfuehrer-ist/

 

Social Media for Dummies – 30 Tipps

Liebe Leser,

heute ergänze ich den vor zwei Monaten erschienenen Blogartikel “18 Tipps – So holst du mehr aus sozialen Netzwerken heraus” um weitere Tipps. Einige stammen von Kollegen. Achtung, Ironie!

01 Das Profil
Lege zunächst ein Profil an und fülle es sparsam mit aussagekräftigen Daten – ein paar SEO-freundliche Schlüsselwörter genügen. Wozu hast du so viel Geld in deine Website gesteckt? Du bist gut, die Kunden finden auch so zu dir. Mehr ist nicht nötig.

02 Die “Über mich”-Seite
Fülle die “Über mich”-Seite rudimentär aus. Wer etwas über dich erfahren und dich kontaktieren will, der findet über deine Website zu dir. Auf der “Über mich”-Seite solltest du nur den Link zu deiner Website platzieren. Eine weiße Fläche und der Link – das ist schick.

03 Der erste Eindruck
Denke nicht, dass Besucher deines Profils dem Foto große Bedeutung beimessen. Tausend Worte sagen mehr als ein Foto. Das Dummy-Foto genügt. Den Besucher interessiert nur, was du zu bieten hast und nicht, wie du aussiehst. Du bist hier nicht auf einer Dating-Plattform. Ein Profil ohne Foto ist wie ein Buch ohne Bilder – es regt die Fantasie an.

04 Das ideale Profilfoto
Schmücke dein Profil am besten mit einem Schnappschuss aus deinem letzten Badeurlaub auf Hawaii oder mit deinem Bild von Tante Claras Geburtstag, wo man in dem netten Outfit so fesch aussah. Im Zweifel tut’s auch ein Hund oder ein Kätzchen mit auf dem Bild. Das hat eine so schöne persönliche Note.

05 Sichtbarkeit
Reduziere deine Sichtbarkeit aufs Notwendigste. Zu viel des Guten kann deinem Geschäft schaden. Anpassungen kannst du in den Einstellungen deines Profils vornehmen. Ein paar Häkchen an der richtigen Stelle und Beiträge und Profil können von Suchmaschinen nicht gefunden werden.

06 Die Marke “Ich”
Schreibe ausschließlich über dich, deine Dienstleistungen, deine Marke, am besten immer in der Ich-Form und mit Link zu deiner Website, schließlich ist XING eine Businessplattform und keine Spielwiese. In deinen Beiträgen muss sich alles um dein Business drehen.

07 Das eigene Netzwerk erweitern
Erweitere dein Netzwerk, indem du möglichst viele XING-Mitglieder mit Kontaktanfragen beglückst. Nutze die standardisierte, unpersönliche Kontaktanbahnung. Besorge dir ein Tool, das dir diese Arbeit abnimmt. Nenne keinen Grund für deine Kontaktanfrage, das interessiert den Adressaten nicht. Biete Synergieeffekte an, das klingt vielversprechend.

08 Kontakte
Bringe niemals Kontakte aus deinem Netzwerk zusammen, wo sich eine Zusammenarbeit ergeben könnte. Auch wenn du deinem Kontakt bei seiner Suche nicht helfen kannst, weil du in dem Moment nicht das bietest, wonach er sucht. Es bringt dir absolut nichts ein, ihm in dem Fall jemanden zu empfehlen, der seinen Vorstellungen entsprechen könnte.

09 Privatsphäre
Schalte deinen Kontakten niemals persönliche Daten frei. Egal, ob privat oder geschäftlich, Daten wie Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder Adressen, gehören dir allein und gehen niemanden etwas an. Wenn jemand etwas von dir will, dann soll er eine Nachricht über XING schicken.

10 Nur Geschäftliches zählt
Zeige dich nicht von deiner menschlichen Seite. Bei allem, was du tust, steht dein Geschäft im Vordergrund. Du bewegst dich auf einer Businessplattform, da ist Menschlichkeit fehl am Platz. Die Devise lautet: Verkaufen, verkaufen, verkaufen!

11 Off topic ist tabu
Weiche niemals vom Thema ab und rutsche schon gar nicht in private Themen ab, du willst schließlich Geld verdienen und keine Freunde finden.

12 Die persönliche Ansprache vermeiden
Vermeide die persönliche Ansprache, in der Kürze liegt die Würze. Verhalte dich wie ein Profi. Freundlichkeit bringt dein Business nicht weiter. Deine Beiträge klingen im Idealfall wie Pressemitteilungen: kurz und bündig, auf den Punkt.

13 Inhalt über alles
Halte dich nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Besonders für Übersetzer gilt: Content is king. Rechtschreibung, Grammatik, Syntax, Stil usw., wen interessiert das schon? Schließlich bist du Übersetzer und kein Vertreter der schreibenden Zunft. Wenn es wirklich darauf ankommt, ziehst du einen Lektor hinzu.

14 Saugen stärkt, teilen schwächt
Interessiere dich nicht für fremde Beiträge. Wenn du einen Beitrag, Link oder
Kommentar gut findest, behalte es für dich, das verschafft dir einen Informationsvorsprung. Das Teilen von Wissen schwächt deine Position nur. Gerade in sozialen Netzwerken gilt: Das Nichtteilen von Wissen ist Macht. Also, nicht weitersagen und bloß keine Werbung für andere!

15 Branding
Verpasse keine Gelegenheit, um auch in anderen sozialen Netzwerken wie Twitter, LinkedIn oder Google+ auf für dein Geschäft werbende Beiträge hinzuweisen. Das Wichtigste ist, dass du auf dem Radar bleibst, dass du ja nicht in Vergessenheit gerätst.

16 Interaktion
Lasse die Beiträge anderer unkommentiert! Denke daran, es geht hier nur um dich. Interaktion mit anderen Mitgliedern ist die reinste Zeitverschwendung, und Zeit ist Geld. Mache es zu deiner Philosophie, dass du Beiträge nur dann kommentierst, wenn dein Name erwähnt wird. Motto: Willst du gelten, mach dich selten.

17 Shitstorms
Bitte die Moderatoren einzuschreiten und einen Beitrag zu entfernen, wenn ein Mitglied dich in einem Forum angreift, beleidigt oder Lügen über dich verbreitet, schließlich hast du keine Zeit, dich den Vorwürfen oder Anfeindungen zu stellen. Sollten aber deine Emotionen stärker sein als dein Verstand, dann schieße zurück, was das Zeug hält. Die Öffentlichkeit liebt Shitstorms.

18 Die Statusmeldung
Nutze die Statusmeldung für wichtige Mitteilungen wie “Mein Hund hat heute mehr Haare gelassen als gestern” oder “Mein Kunde hat mir heute auf die Schulter geklopft” oder “Ich sitze gerade im ICE nach Hamburg”. Die meisten Menschen sind von solchen Meldungen sehr angetan.

19 Der Teaser-Beitrag
Beginne deinen Beitrag stets mit einigen Interesse weckenden Zeilen, gefolgt von drei Auslassungspunkten, und verweise mittels Link auf dein Blog oder auf deine Website, wo der Rest zu lesen ist. Es ist nicht nötig, dass du mit einem vollständigen Beitrag den Diskussionsfaden aufblähst. Und auch für dich gilt: Mehr Traffic für deine Website!

20 Wirb oder stirb
Verfasse jeden Tag einen Beitrag mit Werbecharakter, den du über Twitter und andere Kanäle verbreitest. Die meisten Menschen sind von Werbung begeistert. Je mehr Selbstdarstellung, desto besser. Der Inhalt deiner Werbung ist nicht wichtig, auf die Häufigkeit kommt es an. Das Gesetz der Zahl arbeitet auch für dich.

21 Im Stream ganz oben
Kommentiere deinen eigenen Beitrag, wenn andere es nicht tun, so dass dein Beitrag im Stream immer “ganz oben” erscheint. Denke immer daran: Nur wer permanent sichtbar ist, bleibt interessant.

22 Höflichkeit war gestern
Verzichte auf höfliche Umgangsformen. Ob “Du” oder “Sie”, ob Grußformel oder nicht, das ist unerheblich. Deine Beiträge oder Kommentare dienen lediglich der geschäftlichen Selbstdarstellung. Du befindest dich nicht auf Sympathiesuche.

23 Der richtige Zeitpunkt
Poste deine Beiträge freitags ab 18:00 Uhr, wenn du unbedingt willst, dass deine belanglosen und völlig sinnfreien Beiträge gelesen und noch belangloser und sinnfreier kommentiert werden. So bekommst du garantiert eine erhöhte Aufmerksamkeit für das ganze Wochenende und die Leserschar verbindet mit dir garantiert keinen seriösen Geschäftsmann.

24 Weisheiten und Sprüche
Bereichere Beiträge anderer mit irgendwelchen Weisheiten, die absolut nicht zum Thema passen und du erhöhst die Klickrate auf dein Profil um ein Vielfaches, wobei dann wiederum alle genannten Punkte zum Tragen kommen.

25 Beiträge vollständig zitieren
Zitiere auch die längsten Beiträge vollständig. Die lästige Meldung von XING kann man durch eine zusätzliche Leerzeile unterdrücken. So erhalten auch die kürzesten Beiträge das nötige Volumen und die ihnen gebührende Aufmerksamkeit.

26 Für die Katz
Beschwere dich bei Moderatoren, dem Support und auf sämtlichen anderen Plattformen darüber, wie doof “Social Media” und “Networking” sind und dass das alles sowieso nicht funktioniert, wenn du nicht innerhalb von vier Wochen nach Anlegen eines Profils Aufträge erhalten hast.

27 Knallhart bleiben
Mache dir einen Namen als knallharte Persönlichkeit, indem du andere Beiträge stets kritisch und ggf. auch überhart angreifst – das stärkt dein Ansehen bei potentiellen Kunden – nur die Harten kommen voran!

28 Keine Schwäche zeigen
Beweise allen, dass du durchaus in der Lage bist, nicht immer alles so penetrant positiv zu sehen, und dass dein Fingerspitzengefühl sich längst in die Ellenbogen verlagert hat. Nur so wirst du für die Jobs in Frage kommen, bei denen Durchsetzungsfähigkeit gefragt ist.

29 Alle Jubeljahre
Melde dich bei XING an, knüpfe möglichst schnell viele Kontakte und melde dich in so vielen Gruppen an, wie nur möglich. Danach schaue nur noch sporadisch bei XING rein, du hast schließlich Wichtigeres zu tun.

30 Selbstreflexion
Gehe niemals in dich, denke nicht darüber nach, wie dein Verhalten und Handeln bzw. Nichthandeln im “Social Web” auf andere wirkt. Sie werden dir, ob du willst oder nicht, eine direkte oder subtile Antwort geben.

Eure Kommentare, liebe Leser, sind herzlich willkommen. Vielen Dank und humorvolle Grüße!

 

Autor und Copyright Foto: Aniello Scognamiglio

Der FC Bayern München ist die wertvollste Fußballmarke

Der FC Bayern München ist die wertvollste Fußballmarke weltweit. Mit einem Markenwert von 668 Millionen Euro hat sich der deutsche Rekordmeister laut Brand Finance im aktuellen Ranking am Premier League Club Manchester United (650 Millionen Euro) vorbei geschoben. Auf Platz drei folgt Real Madrid (482 Millionen Euro). Erstmals in den Top 10 vertreten ist Borussia Dortmund (202 Millionen Euro). Auf Platz 20 vorgerückt ist der wieder in der Champions League vertretene SSC Napoli, “mein Verein” aus Bella Italia.

Quelle: http://de.statista.com/themen/24/fussball/infografik/1134/die-wertvolllsten-fussballmarken-weltweit-2013/

Übersetzen unter Druck

Seminar in Berlin

Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e. V. (BDÜ) hat sich zu einem bundesweiten Seminaranbieter mit 200 Fortbildungen im Jahr entwickelt. Das Angebot richtet sich speziell an Dolmetscher und Übersetzer: Am 17. und 18. Mai dreht sich beispielsweise im Seminar „Übersetzen unter Druck“ in Berlin alles um wirksame Strategien, mit denen Übersetzer stressige Situationen optimal meistern. Seminarleiter Dr. Gregor Wittke vermittelt, wie Übersetzer in schwierigen Momenten Ruhe bewahren und unter erschwerten Bedingungen gute Arbeit leisten können. Der Diplom-Psychologe arbeitet unter anderem im Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes und ist auf Stressbewältigung am Arbeitsplatz spezialisiert. Das Seminar findet am Freitag von 18 bis 21 Uhr und am Samstag von 10 bis 17 Uhr im Hotel Art Nouveau in der Leibnizstraße 59 in 10629 Berlin (City West) statt. Die Seminargebühr beträgt 205 Euro. Nähere Informationen sind auf der BDÜ-Website unter www.bdue.de zu finden.

Übersetzer spüren hautnah die Folgen der Globalisierung, denn der Umfang der Übersetzungen nimmt zu und der Zeitdruck steigt. Immer mehr und immer schneller ist zu übersetzen. Oft müssen Übersetzungen von Büchern, Bedienungsanleitungen oder Webseiten in mehreren Sprachen gleichzeitig fertiggestellt sein. All dies kann im Übersetzeralltag zu Stresssituationen führen, insbesondere da mehr als die Hälfte aller Übersetzer in Deutschland selbstständig tätig ist und alleine arbeitet. Etwa 38.000 Dolmetscher und Übersetzer gibt es laut Mikrozensus in Deutschland. Der Markt der Sprachdienstleistungen wächst jedes Jahr um mehr als 10 Prozent.

Mit seinem Seminarangebot trägt der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer den besonderen Anforderungen der Branche Rechnung. Er unterstützt Freiberufler mit Seminaren zu Themen wie Marketing, Akquise oder Honorarverhandlungen. Für erfahrene Übersetzer bietet der Verband Fortbildungen zu speziellen Fachthemen an: so zum Beispiel „Fahrzeugtechnik“ in München, „Medizinische Fachsprache und Terminologie“ in Leipzig oder „Übersetzen von Arztberichten aus dem spanischen Raum“ in Köln. Die Seminarteilnahme steht allen Interessierten offen. Informationen zu den Seminarangeboten des BDÜ gibt es im Internet unter www.bdue.de.

Quelle: Presseinformation des BDÜ am 24. April 2013
Text: Birgit Golms, www.golms-communications.com
Bildnachweis: Tony Hegewald – pixelio.de

18 Tipps – So holst du mehr aus sozialen Netzwerken heraus

Ostern war kalt, so sehr, dass mir immer wieder ein “Frohe Weihnachten” herausrutschte. Die Eiersuche musste aufs nächste Jahr verschoben werden. Dafür verspürte ich Lust, in der kuscheligen Ecke des Parkcafés ein paar humorvolle Zeilen über “social networks” zu schreiben, die in ironischem und sarkastischem Gewand daherkommen.

Felicitas und Victor lernen sich auf der internationalen Übersetzerkonferenz in Berlin kennen. Sie unterhalten sich über soziale Netzwerke. Seit Jahren nutzt Victor u. a. XING für sein Übersetzungsgeschäft. Für Felicitas ist das Neuland. Victor möchte seinen Erfahrungsschatz mit Felicitas teilen und gibt ihr die folgenden “Tipps” mit auf den Weg:

01 Das Profil
Lege zunächst ein Profil an und fülle es sparsam mit aussagekräftigen Daten – ein paar SEO-freundliche Schlüsselwörter genügen. Wozu hast du so viel Geld in deine Website gesteckt? Du bist gut, die Kunden finden auch so zu dir. Mehr ist nicht nötig.

02 Die “Über mich”-Seite
Fülle die “Über mich”-Seite rudimentär aus. Wer etwas über dich erfahren und dich kontaktieren will, der findet über deine Website zu dir. Auf der “Über mich”-Seite solltest du nur den Link zu deiner Website platzieren. Eine weiße Fläche und der Link – das ist schick.

03 Der erste Eindruck
Denke nicht, dass Besucher deines Profils dem Foto große Bedeutung beimessen. Tausend Worte sagen mehr als ein Foto. Das Dummy-Foto genügt. Den Besucher interessiert nur, was du zu bieten hast und nicht, wie du aussiehst. Du bist hier nicht auf einer Dating-Plattform. Ein Profil ohne Foto ist wie ein Buch ohne Bilder – es regt die Fantasie an.

04 Sichtbarkeit
Reduziere deine Sichtbarkeit aufs Notwendigste. Zu viel des Guten kann deinem Geschäft schaden. Anpassungen kannst du in den Einstellungen deines Profils vornehmen. Ein paar Häkchen an der richtigen Stelle und Beiträge und Profil können von Suchmaschinen nicht gefunden werden.

05 Die Marke “Ich”
Schreibe ausschließlich über dich, deine Dienstleistungen, deine Marke, am besten immer in der Ich-Form und mit Link zu deiner Website, schließlich ist XING eine Businessplattform und keine Spielwiese. In deinen Beiträgen muss sich alles um dein Business drehen.

06 Das eigene Netzwerk erweitern
Erweitere dein Netzwerk, indem du möglichst viele XING-Mitglieder mit Kontaktanfragen beglückst. Nutze die standardisierte, unpersönliche Kontaktanbahnung. Besorge dir ein Tool, das dir diese Arbeit abnimmt. Nenne keinen Grund für deine Kontaktanfrage, das interessiert den Adressaten nicht. Biete Synergieeffekte an, das klingt vielversprechend.

07 Nur Geschäftliches zählt
Zeige dich nicht von deiner menschlichen Seite. Bei allem, was du tust, steht dein Geschäft im Vordergrund. Du bewegst dich auf einer Businessplattform, da ist Menschlichkeit fehl am Platz. Die Devise lautet: Verkaufen, verkaufen, verkaufen!

08 Persönliche Ansprache vermeiden
Vermeide die persönliche Ansprache, in der Kürze liegt die Würze. Verhalte dich wie ein Profi. Freundlichkeit bringt dein Business nicht weiter. Deine Beiträge klingen idealerweise wie Pressemitteilungen: kurz und bündig, auf den Punkt.

09 Inhalt über alles
Halte dich nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Besonders für Übersetzer gilt: Content is king. Rechtschreibung, Grammatik, Syntax, Stil usw., wen interessiert das schon? Schließlich bist du Übersetzer und kein Vertreter der schreibenden Zunft. Wenn es wirklich darauf ankommt, ziehst du einen Lektor hinzu.

10 Saugen stärkt, teilen schwächt
Interessiere dich nicht für fremde Beiträge. Wenn du einen Beitrag, Link oder
Kommentar gut findest, behalte es für dich, das verschafft dir einen Informationsvorsprung. Das Teilen von Wissen schwächt deine Position nur. Gerade in sozialen Netzwerken gilt: Das Nichtteilen von Wissen ist Macht. Also, nicht weitersagen und bloß keine Werbung für andere!

11 Branding
Verpasse keine Gelegenheit, um auch in anderen sozialen Netzwerken wie Twitter, LinkedIn oder Google+ auf für dein Geschäft werbende Beiträge hinzuweisen. Das Wichtigste ist, dass du auf dem Radar bleibst, dass du ja nicht in Vergessenheit gerätst.

12 Interaktion
Lasse die Beiträge anderer unkommentiert! Denke daran, es geht hier nur um dich. Interaktion mit anderen Mitgliedern ist die reinste Zeitverschwendung, und Zeit ist Geld. Mache es zu deiner Philosophie, dass du Beiträge nur dann kommentierst, wenn dein Name erwähnt wird. Motto: Willst du gelten, mach dich selten.

13 Shitstorms
Bitte die Moderatoren einzuschreiten und einen Beitrag zu entfernen, wenn ein Mitglied dich in einem Forum angreift, beleidigt oder Lügen über dich verbreitet, schließlich hast du keine Zeit, dich den Vorwürfen oder Anfeindungen zu stellen. Sollten aber deine Emotionen stärker sein als dein Verstand, dann schieße zurück, was das Zeug hält. Die Öffentlichkeit liebt Shitstorms.

14 Die Statusmeldung
Nutze die Statusmeldung für wichtige Mitteilungen wie “Mein Hund hat heute mehr Haare gelassen als gestern” oder “Mein Kunde hat mir heute auf die Schulter geklopft” oder “Ich sitze gerade im ICE nach Hamburg”. Die meisten Menschen sind von solchen Meldungen sehr angetan.

15 Der Teaser-Beitrag
Beginne deinen Beitrag stets mit einigen Interesse weckenden Zeilen, gefolgt von drei Auslassungspunkten, und verweise mittels Link auf dein Blog oder auf deine Website, wo der Rest zu lesen ist. Es ist nicht nötig, dass du mit einem vollständigen Beitrag den Diskussionsfaden aufblähst. Und auch für dich gilt: Mehr Traffic für deine Website!

16 Wirb oder stirb
Verfasse jeden Tag einen Beitrag mit Werbecharakter, den du über Twitter und andere Kanäle verbreitest. Die meisten Menschen sind von Werbung begeistert. Je mehr Selbstdarstellung, desto besser. Der Inhalt deiner Werbung ist nicht wichtig, auf die Häufigkeit kommt es an. Das Gesetz der Zahl arbeitet auch für dich.

17 Im Stream ganz oben
Kommentiere deinen eigenen Beitrag, wenn andere es nicht tun, so dass dein Beitrag im Stream immer “ganz oben” erscheint. Denke immer daran: Nur wer permanent sichtbar ist, bleibt interessant.

18 Höflichkeit war gestern
Verzichte auf höfliche Umgangsformen. Ob “Du” oder “Sie”, ob Grußformel oder nicht, das ist unerheblich. Deine Beiträge oder Kommentare dienen lediglich der geschäftlichen Selbstdarstellung. Du befindest dich nicht auf Sympathiesuche.

Weitere “Tipps” und Kommentare sind herzlich willkommen, vielen Dank und humorvolle Grüße!

 

Autor und Copyright Foto: Aniello Scognamiglio

 

Übersetzerverbände fordern angemessene Vergütung durch die Justiz

Heute Anhörung im Rechtsausschuss:

„Von der Qualität der Arbeit der Gerichtsdolmetscher und Gerichtsübersetzer kann ein Freispruch oder eine Verurteilung abhängen. Jeder Fehler kann schwerwiegende Folgen
haben.“ Auf diese prägnante Formel bringt André Lindemann, Präsident des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer e. V. (BDÜ), die hohe Bedeutung des Berufsstandes für die Justiz anlässlich einer öffentlichen Anhörung am 13. März im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages. Dieser beschäftigt sich mit dem zweiten Kostenrechtsmodernisierungsgesetz, in dessen Rahmen auch das Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG) aus dem Jahr 2004 novelliert werden soll. Das JVEG regelt unter anderem die Honorare von freiberuflichen Dolmetschern und Übersetzern, die für Justiz- und Strafverfolgungsbehörden arbeiten. In der Anhörung begrüßt BDÜ-Präsident Lindemann als Sachverständiger und Vertreter der Übersetzerverbände zwar die lange überfällige Überarbeitung der geltenden Vorschriften zur Vergütung. Er fordert jedoch, die Honorare deutlicher als im Entwurf vorgesehen anzuheben.

Lindemann fordert außerdem, die Vergütungsvereinbarungen von Justizbehörden mit Dolmetschern und Übersetzern nach § 14 JVEG abzuschaffen. Die bisherige Praxis zeige, dass die darin vereinbarten Honorare die gesetzlichen Sätze teilweise um mehr als 50 Prozent unterschreiten. „Der vorliegende Entwurf verpasst in weiten Teilen die Chance, notwendige Veränderungen herbeizuführen.“ Die vorgesehenen Regelungen trügen zu einem Abwandern qualifizierter Dolmetscher und Übersetzer in andere Tätigkeitsfelder bei. Die Berufsverbände befürchten, dass zunehmend Laien als Dolmetscher und Übersetzer zum Einsatz kommen – mit negativen Konsequenzen für alle Verfahrensbeteiligte. Ohne rechtssichere Dolmetsch- und Übersetzungsleistungen können die Verfahrensrechte der Betroffenen nicht sichergestellt werden. Lindemann: „Das ist eine Gefahr für die Rechtsstaatlichkeit.“

Jeder Beteiligte in einem Strafverfahren hat das Recht auf einen Dolmetscher oder Übersetzer, wenn er der deutschen Sprache nicht hinreichend mächtig ist. Die Kosten dafür trägt der Staat. Der Verband schätzt, dass in jedem fünften Verfahren in Deutschland ein Dolmetscher oder Übersetzer im Einsatz ist. Etwa 20.000 allgemein beeidigte beziehungsweise „öffentlich bestellte“ oder „allgemein ermächtigte“ – die Bezeichnung variiert nach Bundesland – Dolmetscher und Übersetzer gibt es in Deutschland. Eine E-Petition der Übersetzerverbände zum Thema „Rechtspflegekosten – Erhöhung der Vergütung für Dolmetscher und Übersetzer“ können Unterstützer bis 26. März auf der Website des Deutschen Bundestages online mitzeichnen: https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2012/_11/_15/Petition_37857.html

Hintergrundinformationen: Die Stellungnahme von André Lindemann und den anderen Sachverständigen der öffentlichen Anhörung im Wortlaut:
http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a06/anhoerungen/42_2__KostRM
oG/04_Stellungnahmen/index.html
. Das Statement von André Lindemann vom
13.03.2013 ist im Online-Pressebereich unter www.bdue.de/presse zu finden.

Quelle: Presseinformation des BDÜ am 13. März 2013

Bildnachweis: Tony Hegewald – pixelio.de

Laien im Justizbereich als Übersetzer und Dolmetscher? Nein, danke!

Deutsche Berufsverbände für Dolmetscher und Übersetzer rufen zur Mitzeichnung einer gemeinsamen E-Petition auf. Sie fordern darin eine deutliche Erhöhung der Honorare von Dolmetschern und Übersetzern, die für die Justiz arbeiten. Damit wollen sie auf ein entsprechendes Kostenrechtsmodernisierungsgesetz Einfluss nehmen, über das zurzeit im Bundestag beraten wird. Die Mitzeichnungsfrist läuft noch bis 26. März 2013.

Schon mehr als 2.500 Zeichner hat die E-Petition „Rechtspflegekosten – Erhöhung der Vergütung für Dolmetscher und Übersetzer“, die seit einigen Tagen auf der Website des Bundestages steht. André Lindemann, Präsident des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ), hat die Petition im Namen der Branchenverbände eingereicht. Darin fordert er als Petent die Erhöhung der Honorare von freiberuflichen Dolmetschern und Übersetzern, die für die Justiz tätig sind. Die Verbände fürchten, dass qualifizierte Sprachmittler sonst langfristig in andere Fachgebiete abwandern und die Justiz zunehmend mit Laiendolmetschern arbeitet. Interessierte können die E-Petition mit der Nummer 37857 bis 26. März online mitzeichnen: https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2012/_11/_15/Petition_37857.html.

Die Honorare der für die Justiz tätigen Dolmetscher und Übersetzer sind durch das Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG) aus dem Jahr 2004 geregelt und sollen bis Sommer 2013 novelliert werden. In der E-Petition formulierte Forderungen sind unter anderem:

  • eine deutliche Anhebung der Honorare für Dolmetscher,
  • Zuschläge für Nachtarbeit sowie die Tätigkeit an Sonn- und Feiertagen,
  • die Anpassung des Ausfallhonorars an die marktüblichen Regelungen,
  • eine deutliche Erhöhung der Vergütung für Übersetzer,
  • die Streichung der Vergütungsvereinbarungen nach § 14 JVEG und
  • eine Verpflichtung aller staatlichen Ermittlungsbehörden zur Vergütung nach den Sätzen des JVEG.

Seit Jahren beobachten und kritisieren die Verbände ein schleichendes Absinken der Honorare. Nur ein faires und angemessenes Vergütungssystem kann nach ihrer Überzeugung verhindern, dass sich immer mehr qualifizierte Dolmetscher und Übersetzer von der Arbeit für die Justiz verabschieden und zunehmend Laien als Dolmetscher und Übersetzer zum Einsatz kommen – mit entsprechend mangelhaften Leistungen und negativen Konsequenzen für alle an einem Verfahren beteiligten Parteien. „Die Qualität der Sprachmittlung in Straf- und Zivilverfahren ist von elementarer rechtsstaatlicher Bedeutung“, so BDÜ-Präsident André Lindemann. „Es geht um die Sicherung der Rechte der Betroffenen, Menschenwürde und Gerechtigkeit.“ Von der Qualität der Arbeit eines
Gerichtsdolmetschers könne ein Freispruch oder eine Verurteilung abhängen, ein Fehler könne schwerwiegende Folgen haben. Laut Grundgesetz hat jeder Beteiligte in einem Verfahren das Recht auf einen Dolmetscher oder Übersetzer, wenn er der deutschen Sprache nicht hinreichend mächtig ist. Der Verband schätzt, dass in jedem fünften Verfahren in Deutschland ein Gerichtsdolmetscher im Einsatz ist. Ein Direktlink zur E-Petition ist auch auf der BDÜ-Website unter „Aktuelles“ zu finden (www.bdue.de).

Die an der Erarbeitung der Petition beteiligten Berufsverbände sind:

  • BDÜ (Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer),
  • ADÜ Nord (Assoziierte Dolmetscher und Übersetzer in Norddeutschland),
  • ATICOM (Fachverband der Berufsübersetzer und Berufsdolmetscher),
  • VÜD (Verband der Übersetzer und Dolmetscher),
  • VVU BW (Verband der allgemein beeidigten Verhandlungsdolmetscher und der öffentlich bestellten und beeidigten Urkundenübersetzer in Baden-Württemberg) und
  • ABDÜ (Verein öffentlich bestellter und allgemein beeidigter Dolmetscher und Übersetzer Sachsen-Anhalt).
Quelle: Presseinformation des BDÜ am 7. März 2013

Bildnachweis: Gerd Altmann – pixelio.de

E-Petition zur Erhöhung der Vergütung für Übersetzer und Dolmetscher im Justizbereich

Die Qualität der Sprachmittlung in Straf- und Zivilverfahren ist von elementarer rechtsstaatlicher Bedeutung. Es geht um die Sicherung der Rechte der Betroffenen, der Menschenwürde, der Gerechtigkeit.

Der im Bundestag zu beratende Entwurf des 2. Kostenrechtsmodernisierungsgesetzes soll durch eine gemeinsame Petition der deutschen Übersetzer und Dolmetscherverbände noch verändert werden.

Das 2004 eingeführte Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG) brachte für Dolmetscher und Übersetzer bereits eine schmerzliche Senkung der Vergütung. Das Honorar für Übersetzungen soll mit dem jetzt vorliegenden Gesetzentwurf gegenüber der im Jahr 1994 gezahlten Entschädigung (bezogen auf eine Zeile mit 55 Anschlägen) am oberen Ende um 67% sinken, am unteren Ende um lediglich 18% steigen. Dabei geht der Gesetzgeber selbst von einer Erhöhung des Index seit 2004 um knapp 19 % aus. Unberücksichtigt blieb dabei sowohl der Zeitraum von 1994 bis 2004 ohne Steigerung der Vergütungen als auch die Tatsache, dass mit diesem Gesetz die Vergütungen wieder für mindestens weitere 10 Jahre festgeschrieben werden sollen.

Wir Übersetzer und Dolmetscher dringen darauf, dass unser Berufsstand in fairer Weise an der Einkommensentwicklung der vom Gesetzentwurf betroffenen Berufsgruppen beteiligt und die dort enthaltene unverhältnismäßige Schlechterstellung der Übersetzer abgeändert wird.

Durch ein faires und auskömmliches Vergütungssystem muss verhindert werden, dass hochqualifizierte Sprachmittler dem Justizsystem den Rücken kehren und billige, nicht qualifizierte Laien als Dolmetscher und Übersetzer tätig werden – mit entsprechend mangelhaften Leistungen und negativen Konsequenzen für das Funktionieren des Rechtssystems in Deutschland.

Dolmetscher und Übersetzer fordern deshalb:
• eine deutliche Anhebung der Honorare für Dolmetscher,
• Zuschläge für Nachtarbeit sowie die Tätigkeit an Sonn- und Feiertagen,
• die Anpassung des Ausfallhonorars an die marktüblichen Regelungen,
• eine deutliche Erhöhung der Vergütung für Übersetzer,
• die Streichung der Vergütungsvereinbarungen nach § 14 JVEG,
• eine Verpflichtung aller staatlichen Ermittlungsbehörden zur Vergütung nach den Sätzen des JVEG.

Die Qualität der Sprachmittlung in Straf- und Zivilverfahren ist von elementarer rechtsstaatlicher Bedeutung. Es geht um die Sicherung der Rechte der Betroffenen, der Menschenwürde, der Gerechtigkeit. Dafür muss sichergestellt werden, dass sprachlich und fachlich hochqualifizierte Dolmetscher und Übersetzer bei Gericht und in den vorausgehenden Ermittlungsverfahren zum Einsatz kommen und auskömmlich vergütet werden. Dolmetscher und Übersetzer sehen die aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich mit Besorgnis.

Das von der Bundesregierung verabschiedete Zweite Kostenrechtsmodernisierungsgesetz ist die dritte Neuordnung der Vergütungen für Dolmetscher und Übersetzer in Gerichtsverfahren. Waren früher die im Justizbereich festgeschriebenen Honorarsätze für Dolmetscher und Übersetzer Richtschnur für den übrigen Markt, so hat sich dies stark verändert: In der Wirtschaft werden inzwischen zum Teil deutlich höhere Honorare gezahlt als bei den Strafverfolgungsbehörden.

Die Einführung des Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetzes (JVEG) im Jahr 2004 führte faktisch schon zu einer Senkung der Vergütungen. Das Honorar für Übersetzungen soll mit dem vorliegenden Gesetzentwurf gegenüber der vor dem JVEG geltenden Entschädigung im Jahr 1994 (bezogen auf eine Zeile mit 55 Anschlägen) am oberen Ende um 67% sinken, am unteren Ende um lediglich 18% steigen. Dabei schrieb der Gesetzgeber selbst in seinem Entwurf, dass für den Zeitraum von 2004 „bis zum geplanten Inkrafttreten des Zweiten Kostenrechtsmodernisierungsgesetzes am 1. Juli 2013 […] von einer Erhöhung des Index um knapp 19 % ausgegangen werden (kann)“; unberücksichtigt bleibt dabei der Zeitraum von 1994 bis 2004. Hinzu kommt, dass die mit dem Gesetz festzulegenden Vergütungen wieder für etwa 10 Jahre Bestand haben sollen.

Wir dringen darauf, dass auch unser Berufsstand an der Einkommensentwicklung der vom Kostenrechtsmodernisierungsgesetz betroffenen Berufsgruppen in vergleichbarer Weise beteiligt wird. Staatliche Ermittlungsstellen zahlen oft Honorare, die sogar noch deutlich unter den gesetzlich festgelegten Vergütungen liegen. Der vom Gesetzgeber geplante zehnprozentige Abschlag auf marktübliche Honorare ist nicht hinnehmbar, da es sich bei den Aufträgen der Justizbehörden nicht um große Volumina handelt und er anderen Berufsgruppen wie Rechtsanwälten auch nicht zugemutet wird. Weitergehende Abschläge durch die Möglichkeit des Abschlusses von Vergütungsvereinbarungen ohne Gegenleistung sind eine unzumutbare Benachteiligung für Dolmetscher und Übersetzer.

Bitte unterstützen Sie durch Ihre Mitzeichnung in den nächsten drei Wochen (Ende der Mitzeichnungsfrist: 26.03.2013) die eingereichte E-Petition an den Bundestag. Die Petition finden Sie hier: https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2012/_11/_15/Petition_37857.html Für die Registrierung und Teilnahme an der Petition sind nur fünf Minuten erforderlich.

Hier finden Sie weitere Informationen: http://www.aticom.de/dateien/Vergleich-JVEG-ZSEG.pdf und http://www.neuerichter.de/details/artikel/article/richtlinie-201064eu-ueber-das-recht-auf-dolmetschleistungen-un.html

Bitte unterstützen Sie die E-Petition auch dann, wenn Sie nicht Übersetzer oder Dolmetscher bzw. nicht als Übersetzer oder Dolmetscher für die Justiz tätig sind. Sie können gerne auch Ihr berufliches und privates Umfeld über die laufende Petition informieren, z. B. via Twitter, Hashtag #Petition37857.

Vielen herzlichen Dank fürs “Zwitschern”!

Bildnachweis: Gerd Altmann – pixelio.de

Mit dem Export boomt auch die Übersetzungsbranche

Für deutsche Exporteure war 2012 ein gutes Jahr, wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen. Im Windschatten des Außenhandels boomte auch die
Übersetzungsbranche. Experten des US-Beratungsunternehmens Common Sense Advisory schätzen das weltweite Wachstum der Sprachdienstleistungsbranche im Jahr 2012 auf 12 Prozent und das Marktvolumen auf 33,5 Milliarden US-Dollar. Der Bundesverband der
Dolmetscher und Übersetzer e. V. (BDÜ) wollte wissen, wie sich diese Entwicklung in Deutschland bemerkbar macht und führte im Januar eine anonyme Online-Umfrage in den Reihen seiner über 7.000 Mitglieder durch. Gefragt wurde nach der Auftragslage 2012 und der Honorarentwicklung. Ergebnis: 45 Prozent der Befragten gaben an, dass das Auftragsvolumen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, bei 23 Prozent blieb es gleich, 32 Prozent verzeichneten einen Auftragsrückgang. Das Honorar stagnierte bei 67 Prozent der Teilnehmer, 24 Prozent erzielten höhere Honorare. Insgesamt beteiligten sich 660 Dolmetscher und Übersetzer an der Kurzumfrage.

„Die steigende Nachfrage zeigt, dass gute Übersetzungen und Dolmetscherleistungen für den Export eine wichtige Rolle spielen“, so BDÜ-Präsident André Lindemann. „Dolmetscher und Übersetzer sind ein wichtiges Zahnrad im Getriebe der Exportwirtschaft.“ Das Umfrageergebnis zeige jedoch auch, dass nicht alle von der höheren Nachfrage profitieren – und das Honorar nicht automatisch wächst. „Übersetzer müssen immer schneller arbeiten und sich einem harten Preiskampf stellen.“ Weit mehr als die Hälfte der 38.000 Dolmetscher und Übersetzer in Deutschland arbeitet laut Mikrozensus 2011 freiberuflich.

Ein Grund für den Preiskampf ist der sogenannte „graue Markt“: Um Übersetzungskosten zu sparen, wählen viele Unternehmen den günstigsten Anbieter aus. Doch diese Strategie geht oft nicht auf. Immer wieder hört der Verband von Fällen, bei denen Übersetzungen – vielleicht schon in Broschüren gedruckt – von Vertriebsleuten in den Auslandsfilialen der Unternehmen als fehlerhaft beanstandet werden. Lindemann: „Übersetzer ist nicht gleich Übersetzer. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Theoretisch kann sich jeder so nennen.“ Schnell könnten schlechte Übersetzungen dann zu Erfolgsbremsen werden.

Der Verband rät Unternehmen, nur mit Profis zusammenzuarbeiten, die für den Beruf qualifiziert sind und Erfahrung in der gewünschten Branche mitbringen. Hilfe bei der Suche nach geprüften Dolmetschern und Übersetzern bietet die Online-Datenbank des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer: Dort lassen sich kostenfrei die Kontaktdaten von über 7.000 Dolmetschern und Übersetzern für mehr als 80 Sprachen nach Fachgebieten recherchieren. Alle dort verzeichneten Sprachexperten sind Mitglied im BDÜ und mussten vor der Aufnahme in den Verband ihre Qualifikation für den Beruf nachweisen (www.bdue.de).

Zur Online-Umfrage: Die Kurzumfrage wurde vom 21.1. bis 27.1.2013 vom Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) in den Reihen seiner Mitglieder durchgeführt. 660
Dolmetscher und Übersetzer nahmen an der anonymen Befragung teil. Der BDÜ ist mit über 7.000 Mitgliedern die größte berufsständische Vereinigung der Branche in Deutschland und
repräsentiert mehr als 75 Prozent aller organisierten Dolmetscher und Übersetzer. Die Mitglieder des BDÜ sind Einzelpersonen, Agenturen können nicht Mitglied werden.

Quelle: BDÜ, Pressemitteilung vom 31. Januar 2013

 

Tout ce que vous avez toujours voulu savoir sur la Traduction et l’Interprétation – Les 22 erreurs de jugement les plus fréquentes

Les idées qui circulent sur le métier de traducteur remontent aux années 70. Elles trainent avec elles d’éternels préjugés, ou encore, elles sont purement et simplement erronées. Si vous demandez à des non-traducteurs et à des personnes étrangères à la profession quelle image ils se font d’un traducteur, vous obtiendrez une ou plusieurs des réponses suivantes que l’on trouve parmi les plus répandues :

01 Traduire, c’est transposer les mots d’une langue dans une autre langue

Loin de là ! Si cela peut s’appliquer à des mots ou à des phrases courtes et claires ne dépendant d’aucun contexte, il s’agit néanmoins en règle générale de transposer des sens et des contenus qui s’adressent à des publics ciblés. C’est pourquoi les traductions produites automatiquement livrent des résultats souvent inacceptables. Exemple : « Prends sa main et baise-la ». Il n’est pas nécessaire d’avoir beaucoup d’imagination pour se faire une idée des conséquences qu’une mauvaise traduction est susceptible d’entraîner.

02 Traduire est un jeu d‘enfant

Il suffit de disposer d’un ordinateur, de quelques logiciels, et l’on peut s’y mettre. Loin de là ! Certes, il faut disposer d’outils, mais « même muni d’un bon outil, un imbécile reste toujours un imbécile ». Parmi les qualités et talents dont disposent les traducteurs professionnels (indépendants), on peut compter : une grande compétence linguistique et technique, une bonne maîtrise des outils, des talents d’écriture, un savoir-faire commercial, un esprit d’entreprise, une soif de faire des recherches et de trouver l’information, une faculté d’apprentissage et de critique.

03 Un dictionnaire général et un dictionnaire spécialisé suffisent

Et les débutants ou non-traducteurs peuvent bien se mettre à traduire. Loin de là ! Les dictionnaires sont principalement des ouvrages de référence dont le but principal est de favoriser la recherche de la meilleure traduction. Le « bon à tirer » d’une traduction spécifique au contexte n’existe plutôt que rarement dans un dictionnaire. Mon Professeur disait toujours : « La traduction commence là où s’arrête l’utilisation du dictionnaire ». C’était vrai il y a longtemps et reste absolument valable aujourd’hui.

04 Il est impossible de modifier une traduction

Loin de là ! Théoriquement, une traduction n’est jamais terminée. Une traduction peut enfin être « terminée » au terme de la quatrième révision, mais chaque traducteur, ou presque, aura encore quelque chose à « améliorer » lors de la 5e révision. Par ailleurs, dix traductions d’un même texte ne se ressemblent jamais. Donnez à dix traducteurs le même texte en langue source à traduire, et vous obtiendrez dix traductions différentes.

05 Une traduction réussie suppose un diplôme de traducteur

Loin de là ! Il n’est pas impératif d’avoir un diplôme de traducteur, mais celui-ci constitue toutefois une très bonne base pour entrer dans le monde de la traduction professionnelle. Il n’existe pas de voie royale pour y entrer. Il n’est pas rare que des traducteurs non diplômés réalisent de meilleures traductions.

06 Un traducteur médical doit avoir étudié la médecine

Loin de là ! Il est incontestable qu’avoir suivi des études de médecine peut présenter des avantages indéniables pour la qualité des traductions médicales. Mais dans la pratique, de nombreux traducteurs médicaux n’ont pas fait d’études de médecine (d’économie, de droit, etc.). S’ils en avaient fait, ils seraient probablement médecins (économistes, avocats, etc.).

07 Les traducteurs travaillent pour des queues de cerises

Loin de là ! Cela peut être exact pour une partie des traducteurs. Le marché des traducteurs est très fractionné et de nombreux traducteurs travaillent seuls, à leur compte. Une partie d’entre eux exerce une activité annexe de sorte à s’assurer d’autres sources de revenus. Cependant, les traducteurs indépendants à plein temps calculent différemment, et plus particulièrement lorsque leurs revenus proviennent exclusivement de leur activité de traducteur. Tout dépend au final de leur positionnement sur le marché, du type de contrats et du public visé.

08 Les traducteurs demandent des honoraires trop élevés

Loin de là ! Les traducteurs professionnels offrent au moins la même prestation intellectuelle que les médecins, les avocats, les informaticiens, etc., mais n’atteignent pas en moyenne leur niveau d’honoraires. Méfiez-vous des prestataires pratiquant des tarifs peu élevés ! Les bonnes traductions valent bien le tarif demandé, et les moins chères sont à traiter avec prudence.

09 Traduire est une profession intellectuelle et solitaire

Loin de là ! Souvent « intellectuelle », mais pas nécessairement « solitaire ». Bien au contraire. Seule une petite minorité de traducteurs est coupée du monde extérieur aujourd’hui. Nombre d’entre eux sont en contact avec leurs collègues et leurs clients et échangent leurs opinions et leurs savoirs, grâce à l’Internet ! Le téléphone et le courrier électronique existent depuis longtemps, et à ceux-là se sont ajoutés les réseaux sociaux tels que Viadeo, LinkedIn, Twitter et les portails de traducteurs. Régulièrement dans les plus grandes villes, les traducteurs se rencontrent ou organisent des formations continues.

10 Chaque traducteur maîtrise plusieurs langues étrangères

Loin de là ! Contrairement aux idées reçues, une seule combinaison linguistique suffit amplement à générer un volume important de contrats. La traduction de la langue étrangère vers la langue maternelle est la règle, mais il existe quelques exceptions confirmant la règle, surtout quand il s’agit de combinaisons linguistiques rares.

11 Les traducteurs sont à l’aise dans toutes les spécialités

Loin de là ! Connaissez-vous un ophtalmologiste qui soit en même temps cardiologue, ORL, orthopédiste, gynécologue et oncologue ? Atteindre un niveau d’excellence dans une spécialité et s’y maintenir représente déjà un beau défi. En outre, les experts sont plus demandés que les généralistes et obtiennent des honoraires plus élevés.

12 Les traducteurs ont le contenu du dictionnaire dans la tête

Loin de là ! La langue anglaise à elle seule compte plus de 300 000 mots et locutions. Aucun être humain ne dispose d’une aussi grande mémoire « RAM » (mémoire vive) ou « mémoire de disque dur ». Avez-vous connaissance d’un avocat qui connaît de mémoire toutes les lois, tous les textes législatifs et tous les paragraphes traitant de tous les sujets ?

13 Les traducteurs sont des donneurs de leçons

Loin de là ! Les traducteurs sont des perfectionnistes, c’est dans leur nature. S’ils ne l’étaient pas, c’est qu’ils se seraient trompés de métier. Les phrases ou les textes sont examinés à la loupe et sous tous les angles tant qu’ils ne sont pas « parfaits ». Ils sont aiguisés et polis comme des pierres précieuses, jusqu’à ce qu’ils semblent scintiller de tout leur éclat. Dans l’idéal, le lecteur ne doit pas s’apercevoir qu’il s’agit d’une traduction.

14 Les traducteurs sont des femmes dont le partenaire gagne bien sa vie

Loin de là ! Il est exact que la plus grande partie des traducteurs est de sexe féminin, mais les traductrices travaillant à plein temps sont indépendantes et n’ont b évidemment rien contre le fait que leur partenaire soit autonome !

15 Les traducteurs qui posent des questions ont des lacunes dans leur spécialité

Loin de là ! C’est l’inverse. Un traducteur qui pose des questions pour clarifier un fait ou un concept, montre qu’il s’intéresse particulièrement aux préoccupations de son client et qu’il travaille avec professionnalisme. Les traducteurs attentifs découvrent des erreurs dans les textes sources et contribuent ainsi efficacement à en garantir la qualité. Sans tenir compte du fait que les textes originaux sont souvent écrits par des locuteurs non-natifs et sont tellement incompréhensibles que les questions sont inévitables.

16 Un traducteur passe ses journées dans une cabine d‘interprétation

ou encore, toute la journée il démontre sa capacité à faire de l’interprétation. Loin de là ! En effet, une partie des traducteurs travaille aussi en tant qu’interprète, et peu d’interprètes ne traduisent pas également. On ne le répète toutefois jamais assez : un traducteur est maître en matière de langue écrite, tandis qu’un interprète maîtrise l’art de la langue parlée.

17 Celui qui sait traduire, sait également faire de l’interprétation – et inversement

Loin de là ! Il est exact que les traducteurs autant que les interprètes transposent une langue dans une autre. Mais, tandis que les traducteurs se consacrent à la langue écrite, les interprètes transposent la langue parlée. Par conséquent, la traduction exige d’autres capacités et qualifications que l’interprétation. Ces deux disciplines sont enseignées et exercées en tronc commun à l’université, et ce n’est que plus tard que se profile une priorité. Les interprètes ont plutôt une tendance naturelle extravertie et les traducteurs plutôt une tendance naturelle introvertie. Le traducteur est un artisan, l’interprète est un orateur.

18 Les logiciels de MT et de TAO peuvent remplacer les traducteurs

Loin de là ! Dans les mains d’un professionnel, les logiciels de traduction (outils de la MT) peuvent être utiles dans les domaines où les répétitions sont nombreuses ; cependant, ils ne peuvent et ne pourront jamais remplacer les traducteurs humains. Les outils de MT peuvent venir en aide aux traducteurs, mais ne peuvent toutefois aucunement les remplacer. C’est également le cas des environnements de Traduction Assistée par Ordinateur (Outils de la TAO) et les mémoires de traduction. Il ne faut pas faire confondre les outils de la MT et les outils de la TAO.

19 Seul un traducteur qui utilise des outils de TAO, est un bon traducteur

Loin de là ! Logiciels de bureau, technologie de traduction et matériel haut de gamme ne servent à rien quand ceux qui aimeraient bien être traducteurs réalisent des traductions avec l’aide d’outils de TAO. Dans le monde de la traduction également, on peut dire : « à travail médiocre, résultats médiocres ».

20 Celui qui parle deux langues est également capable de traduire

Loin de là ! Il en faut plus (voir le point 02). À quoi servirait-il que l’épouse d’origine américaine de mon ami allemand Felix fasse une traduction médicale dans un anglais parfait, s’il est incorrect du point de vue du contenu et de la terminologie ? Cela reviendrait à dire, comme disent nos amis Allemands : « Opération réussie, patient décédé ».

21 Les traducteurs sont de généreux « créanciers »

Loin de là ! Un paiement à maximum 30 jours d’échéance reste encore éventuellement accepté par certains traducteurs, mais les traducteurs qui accordent à leurs clients un terme d’échéance de plus de 30 jours, leur accordent de facto un crédit sans intérêt. Quand les traducteurs accordent de plus longs termes d‘échéance, ils incluent les intérêts dans leur tarif.

22 Une traduction est excellente dès lors que le client la trouve excellente

Loin de là ! Quel client sans notions de traduction est en mesure de juger la qualité d’une traduction ? Même une bonne traduction qui « sonne bien » peut contenir des erreurs.

 

Rédacteur: © Aniello Scognamiglio, German version: http://anisco.de/?p=970

Traducteurs:
Michèle Le Dily,
Albert Bertin Essama Medjo

 

Si vous voulez en savoir plus:
Allemand: http://www.iti.org.uk/pdfs/trans/German.pdf
Anglais: http://atanet.org/docs/Getting_it_right.pdf
Italien: http://www.aiti.org/pubblicazioni.html

 

Image: Tony Hegewald (pixelio.de)

Professional Translation Services: Rückblick 2012 – Trends 2013

Silvester-Raketen, Böller und Knaller, die vor wenigen Tagen noch die Verkaufsregale zierten, liegen mancherorts noch auf den schneefreien Wegen, Straßen und Brücken herum, doch hat für viele der berufliche Alltag bereits wieder begonnen. Wer zwischen den Jahren keine Zeit oder Muße für einen Jahresrückblick hatte und sich noch keine Gedanken darüber gemacht hat, vor welchen Herausforderungen die Übersetzungsbranche steht, der kann sich von diesem Artikel inspirieren lassen. Herr Armbruster hatte vor einem Jahr einige Trends vorausgesagt, die sich nicht nur auf die Medizin- und Pharmabranche beschränken. Was hat sich heute, ein Jahr später, an seinen Aussagen geändert? Haben sich neue interessante Trends entwickelt? Wohin geht die Reise?

Gastartikel von Siegfried Armbruster, Januar 2013

Im Januar 2012 hatte ich für das Jahr 2011/2012 folgende Aussagen gemacht:

  • Zunehmendes Auftragsvolumen
  • Steigendes Preisniveau für qualifizierte Übersetzungen
  • Soziale Netzwerke gewinnen an Bedeutung
  • Technisierung hilft, aber Definition von Austauschformaten und Workflows muss weiter vorangetrieben werden
  • Die maschinelle Übersetzung hat ihre Versprechungen bisher nicht erfüllt
  • Übersetzerverbände sind gefordert, das Aus- und Weiterbildungsangebot auszubauen
  • Die Interessenvertretung der Übersetzungsbranche muss gestärkt werden

Den kompletten Artikel finden Sie hier.

Nachdem das Jahr 2012 jetzt vorüber ist und die Welt nicht untergegangen ist, macht es Sinn, sich anzuschauen, ob sich bezüglich dieser Aussagen etwas geändert hat, bzw. ob sich neue interessante Trends entwickelt haben.

Auftragsvolumen/Preisniveau – wir könnten zeitnah verlässlichere Daten brauchen

Die ersten zwei Aussagen für den medizinisch/pharmazeutischen Sektor sind meiner Meinung nach immer noch gültig, allerdings basieren sie nur auf Daten einer sehr kleinen Gruppe von LSPs, mit denen ich diesbezüglich im engeren Austausch bin. Allerdings nehme ich in verschiedenen Blogs und Foren zunehmend Stimmen war, die möglicherweise darauf schließen lassen, dass der Markt wesentlich dynamischer sein könnte, wie ich es von meiner Warte aus beurteilen kann. Ich würde mir mehr Informationen über Auftragsvolumina und Preise wünschen. Diese Informationen könnten uns helfen, saisonale und absolute Trends zu identifizieren. Anhand dieser Daten könnte man reagieren und die Daten könnten vielleicht auch dieses, teilweise hysterische Ausmaße annehmende, Hintergrundrauschen über sinkende Preise, das meiner Meinung nach der Industrie schadet, beruhigen.

Soziale Netzwerke/Internetkultur

Die sozialen und professionellen Netzwerk-Tools (Twitter, Facebook, LinkedIn, Xing und Google+) werden immer wichtiger und die bisherigen Übersetzerplattformen (Proz.com, Translatorscafe etc.) verlieren zunehmend an Bedeutung. Dies zeigt sich unter anderem an der steigenden Zahl von Übersetzergruppen z. B. in Facebook, LinkedIn, Xing, über die zunehmend Übersetzungsaufträge vergeben werden, aber auch im Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen, die über diese Gruppen angeboten werden. Die Fachverbände wie z. B. der BDÜ sind zwar erst spät in die sozialen Netzwerke eingestiegen, haben aber inzwischen ihre Bedeutung erkannt und präsentieren sich professionell auf diesen Plattformen.

Leider hat diese Entwicklung nicht nur positive Aspekte. Als Freelancer kann man unmöglich alle Gruppen verfolgen, in denen interessante Aufträge angeboten werden, und auch als LSP wird es schwieriger, auf den verschiedenen Plattformen den Spezialisten für einen bestimmten Auftrag zu finden.

Es wird daher nötig werden, Aggregatoren zu entwickeln, die die unterschiedlichen Angebote gebündelt zur Verfügung stellen. Auf Twitter haben wir mit unserem @Translate_Jobs Konto einen ersten Schritt getan, um Jobangebote aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen. Ähnliche Angebote bieten wir für Nachrichten aus der Übersetzungsindustrie mit @Translate_News, Interessante Blogs und Ereignisse aus der Übersetzungsindustrie auf @Translate_Blogs und @TranslateEvents.

Diese Lösungen sind leider durch die Möglichkeiten, die Twitter bietet, eingeschränkt, was einer der Gründe ist, weshalb wir für den Bereich Fortbildungsmöglichkeiten unsere Alexandria-Plattform (http://alexandria-library.com) ins Leben gerufen haben.

Technisierung/Interoperabilität/Crowd and Cloud Services

Im Bereich Interoperabilität tut sich Erfreuliches; die beiden Platzhirsche Trados und MemoQ bekommen immer mehr Funktionen, die die Interoperabilität zwischen den einzelnen Programmen verbessern. Da scheint es nur natürlich, dass in der Industrie in den letzten Wochen massiv Kritik an dem abgeschotteten Design von across geäußert wurde. Ich bin da etwas vorsichtiger, da ich durchaus die Notwendigkeit für geschlossene Workflows erkenne und mir eine entsprechende optionale Funktionalität auch bei den anderen Anbietern wünschen würde. Gleichzeitig würde ich mir natürlich auch wünschen, dass sich across öffnet.

Was ich allerdings nicht verstehen kann, ist, wie man als Übersetzer mit den wie Pilze aus dem Boden schießenden Cloud-Services arbeiten kann. Das ist eine TM-Lösung, die dem Übersetzer bisher fast nur Nachteile bringt. Kein eigenes TM, keine Nachverfolgbarkeit der eigenen Arbeit usw. usw.

Maschinelle Übersetzung

Ich hätte gerne ein funktionierendes System. Leider habe ich noch keines gefunden. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen. Aber ich bleibe dran. Interessant finde ich zwei Aspekte:

a) Es wird uns Übersetzern immer häufiger erzählt, dass es einen riesigen, ständig wachsenden Markt für schlechte (d. h. Maschinenübersetzungen) gibt. Das ist ja schön für diejenigen, die den Schrott lesen möchten. Beispiele dafür findet man im Internet zur Genüge. Das einzige Problem, das ich dabei sehe, ist, dass die Leser irgendwann tatsächlich anfangen zu glauben, dass das Übersetzungen sind.

b) Ebenso häufig höre ich, dass gut trainierte MT-Systeme inzwischen in begrenzten Domains und bestimmten Sprachpaaren Ergebnisse produzieren, die besser als die von menschlichen Übersetzern sein sollen. Hier ist der spannende Punkt, dass bisher niemand in der Lage war, mir ein derartiges System oder das nachweisbare Ergebnis eines solchen Systems zu zeigen. Im letzten Jahr habe ich mir von einigen MT-Herstellern erklären lassen, wie gut ihre Systeme sind, aber wenn es ans Eingemachte ging, gab es außer irgendwelchen beeindruckenden hohen Scores ohne Aussagewert nichts wirklich Bemerkenswertes.

Nachdem ich Trados Studio mit TMs mit mehreren Millionen Worten und Autosuggest-Dictionaries von bis zu 1 GB Größe aufgerüstet habe, erreiche ich eine Produktivität, bei der ich mich frage, ob ich MT für unsere Sprachpaare und Fachgebiete überhaupt brauche.

Aus- und Weiterbildungsangebot

Es tut sich was. Der BDÜ, der DVÜD und auch andere Anbieter haben das Angebot an online Fortbildungsangeboten deutlich ausgebaut. Da mag es überflüssig erscheinen, dass wir mit einem eigenen Angebot (http://alexandria-library.com) auf den Markt kommen. Mit dem Alexandria Projekt verfolgen wir allerdings mehrere Ziele. Wir möchten damit z. B. eine zentrale Plattform (durch Kollaborationen mit möglichst vielen anderen Anbietern, z. B. Localize.pl aus Polen und Diléal aus Frankreich) schaffen, auf der wir Weiterbildungsangebote und Ressourcen für Berufsanfänger und Spezialisten in den unterschiedlichen Sprachen anbieten. Zusätzlich möchten wir Spezialisten eine Plattform bieten, die es ihnen ermöglicht, sich zu präsentieren, um ihre Reputation in der Industrie und bei zukünftigen Kunden zu verbessern. Und drittens möchten wir so schnell wie möglich damit beginnen, mit dieser Plattform potentielle Kunden auf die Notwendigkeit qualitativ hochwertiger Übersetzungen aufmerksam zu machen, und sie zu schulen, wie sie geeignete Sprachdienstleister identifizieren können, bzw. was sie dazu beitragen können, um optimale Ergebnisse zu erhalten. Noch befinden wir uns in einer frühen Phase, aber wir werden das Angebot schnell erweitern. Über Rückmeldungen und Anregungen würden wir uns freuen, denn schließlich soll Alexandria möglichst vielen Übersetzern und Kunden ein interessantes Angebot bieten.

Interessenvertretung der Übersetzungsbranche

Bisher stelle ich mit Bedauern fest, dass die Übersetzungsverbände viel zu wenig (öffentlichkeitswirksam) unternehmen, um die Industrie nach außen zu repräsentieren. Übersetzer und Übersetzerverbände scheinen mir bisher zu sehr mit sich selbst (d. h. mit Übersetzern) beschäftigt zu sein und gehen viel zu wenig auf mögliche Kunden zu, bei denen der Mangel an Informationen über Übersetzungsqualität, Abläufe und Preise dazu führt, dass sich die Pest der Billigheimer weiter ausbreitet. Es wäre schön zu sehen, wenn sich einige nationale Verbände zu mehr Zusammenarbeit entschließen könnten, und im Bereich Kundenschulung und Repräsentanz nach außen aktiv werden würden. Auch ein gemeinsames europäisches Jobportal der Übersetzungsverbände könnte helfen. Hier hätten Kunden, die nach Sprachdienstleistern suchen, zumindest die Gewissheit, dass die Übersetzer bestimmte Mindestkriterien an Professionalität erfüllen. Den Internetplattformen wie Proz und TC, bei denen sich die ganzen Billiganbieter tummeln, die oft nur schlechte Qualität liefern, würde dadurch das Wasser abgegraben werden, da Kunden auf der Suche nach Qualität endlich ein qualitativ höherwertiges Angebot zur Verfügung hätten.

Schlussfolgerungen

Ich bin mir nicht schlüssig, ob sich 2012 in der Industrie wirklich viel geändert hat, aber ich sehe einen vorsichtigen Trend, dass die Übersetzer langsam mehr Verantwortung für ihr eigenes Schicksal/ihren Erfolg übernehmen und sich aus den Fängen der großen Organisationen/Unternehmen emanzipieren. Diese positive Entwicklung kann 2013 dazu führen, dass sich eine breitere Bewegung organisiert, die uns als Industrie weiter bringt. Es würde mich freuen, wenn wir mit Alexandria und der Trikonf 2013 unseren Beitrag dazu leisten könnten.

Autor: Siegfried Armbruster, GxP Language Services, http://gxplanguageservices.wordpress.com/about/

Fotonachweis: Gerd Altmann, pixelio.de

1.400 Übersetzer und Dolmetscher auf einem Quadratmeter

Passanten in den Hauptbahnhöfen von München, Nürnberg oder Würzburg haben das blau-weiße Plakat mit dem riesigen QR-Code vielleicht schon gesehen: An Rolltreppen und in Unterführungen macht der Landesverband Bayern des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) jetzt mit dieser ungewöhnlichen Plakataktion auf seine Übersetzerdatenbank aufmerksam. „1.400 Dolmetscher und Übersetzer auf weniger als einem Quadratmeter“ lautet die Überschrift, gefolgt von einem überdimensionalen QR-Code. Smartphone-Besitzer können ihn scannen und gelangen direkt auf die kostenlose Mitgliederdatenbank des Verbandes. Dort stehen die Kontaktdaten von über 1.400 qualifizierten Dolmetschern und Übersetzern in Bayern – für mehr als 40 Sprachen und 400 Fachgebiete. Wer nicht am Plakat vorbeikommt oder kein Smartphone hat, findet die nützliche Datenbank auch auf der BDÜ-Website: www.bdue-bayern.de.
„Mit dem QR-Code ist es jetzt ganz einfach, auch mit mobilen Geräten nach den Kontaktdaten von Dolmetschern oder Übersetzern zu recherchieren“, sagt Martina Hesse-Hujber, Vorsitzende des BDÜ Landesverbandes Bayern. Um das riesige QR-Quadrat zu scannen, müssen Interessierte allerdings einige Schritte zurücktreten. Alternativ gibt es den QR-Code in kleiner Variante unten rechts auf dem Plakat oder auf der Website des Verbandes. Martina Hesse-Hujber: „Die Datenbank mit Dolmetschern und Übersetzern in Bayern ist sehr praktisch. Man kann nicht nur nach Experten für bestimmte Sprachen und Fachgebiete recherchieren, sondern die Suche sogar auf bestimmte Postleitzahlen konzentrieren.“ So lässt sich zum Beispiel schnell ein passender Urkundenübersetzer in der Nähe finden. Alle in der Datenbank verzeichneten Dolmetscher und Übersetzer sind Mitglieder im BDÜ und mussten vor Aufnahme in den Verband ihre Qualifikation für den Beruf nachweisen. Die Mitgliedschaft gilt deshalb als Qualitätssiegel.
Die blau-weißen Plakate hängen noch bis Mitte 2013 in den Hauptbahnhöfen von Augsburg, Aschaffenburg, Erlangen, Nürnberg, Würzburg und München. In der Landeshauptstadt hängen sie außerdem an Rolltreppen vom Rosenheimer Platz, Marienplatz und Karlsplatz (Stachus).

Quelle: Presseinformation des BDÜ am 05.11.2012
Bildnachweis: http://www.bdue-bayern.de/fileadmin/bdue/BDUe_Bayern_QR-Plakat_300.jpg

Merry Christmas and a good new year!

Advent

Das Jahr geht in den Dezember.
Advent schenkt uns sein Licht.
Bei Tannenduft und Kerzenschein
zieht Frieden in die Herzen ein.
Gedanken flüstern: „Remember!“
und die Liebe spricht:
„Vergesst den Nächsten nicht!“

In diesem Sinne wünsche ich allen Besuchern frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

Aniello Scognamiglio

 

Bildnachweis: Gerd Altmann (pixelio.de)

Gedicht: Anita Menger, http://www.meine-festtagsgedichte.de/

 

Bedarf an Übersetzungen steigt

Aktuelle Zahlen der Industrie- und Handelskammern von Bayern zeigen: Bayerns Produkte sind weltweit so gefragt wie nie zuvor. Der Erfolg im Ausland ist nach Ansicht der Vorsitzenden des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) in Bayern, Martina Hesse-Hujber, untrennbar mit der gelungenen internationalen Kommunikation verbunden. “Gute Übersetzungen sind ein Wirtschaftsfaktor”, so die Vorsitzende des BDÜ Landesverbandes Bayern. “Dolmetscher und Übersetzer schlagen Brücken zwischen Menschen verschiedener Sprachen und Kulturen.” Durch die Globalisierung und den Erfolg von Unternehmen im Ausland steigt auch der Bedarf an Sprachdienstleistungen. Nach Berechnungen des US-Beratungsunternehmen Common Sense Advisory hat die Sprachdienstleistungsbranche in 2012 weltweit ein Volumen von geschätzten 33,5 Milliarden US-Dollar. Die Berater, die auf die Sprachdienstleistungsbranche spezialisiert sind, sagen eine weltweite Wachstumsrate von 12 Prozent voraus.

“Besonders gefragt sind Sprachexperten für Englisch, Französisch und Spanisch”, so Hesse-Hujber. Durch die Übersetzerdatenbank des Verbandes im Internet weiß die Vorsitzende noch genauer, was Unternehmen suchen. “Häufig wird nach Fachübersetzern für Industrie und Technik, aber auch für Recht und Verwaltung recherchiert.” Die kostenlose Datenbank unter www.bdue-bayern.de hilft Unternehmen bei der Suche nach professionellen Dolmetschern und Übersetzern in Bayern. Dort sind die Kontaktdaten von über 1.400 Dolmetschern und Übersetzern für mehr als 400 Fachgebiete und 40 Sprachen zu finden – von Albanisch bis Urdu. Alle in der Datenbank verzeichneten Dolmetscher und Übersetzer sind Mitglied im BDÜ und mussten vor ihrer Aufnahme in den Verband ihre Qualifikation für den Beruf nachweisen. Die BDÜ-Mitgliedschaft gilt deshalb als Qualitätssiegel, denn die Berufsbezeichnung an sich ist nicht geschützt.

Es gibt laut Mikrozensus 2011 des statistischen Bundesamtes 38.000 Dolmetscher und Übersetzer in Deutschland, 25.000 Frauen und 13.000 Männer. Mehr als die Hälfte von ihnen arbeitet freiberuflich. In Bayern leben 6.000 Dolmetscher und Übersetzer, darunter gut 1.400 Angestellte. Der BDÜ Landesverband Bayern mit Sitz in München hat über 1.400 Mitglieder, die Mehrheit ist selbstständig tätig.

Hintergrundinformationen
Zahlen und Fakten zum Außenhandel in Bayern in “Der Außenhandel Bayerns 2011″: http://www.muenchen.ihk.de/de/international/Anhaenge/Der-Aussenhandel-Bayerns-2011.pdf
Weltweite Zahlen: AHK-Weltkonjunkturbericht 2012/2013:
http://www.auwi-bayern.de/2012/ahk-weltkonjunkturbericht-2012-2013.html

Über den BDÜ Landesverband Bayern e. V.
Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e. V. (BDÜ) ist mit über 7.000 Mitgliedern der größte deutsche Berufsverband für Dolmetscher und Übersetzer. Er repräsentiert 75 Prozent aller organisierten Dolmetscher und Übersetzer in Deutschland und vertritt seit 1955 deren Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Justiz. Eine BDÜ-Mitgliedschaft steht für Qualität, denn alle Mitglieder mussten vor Aufnahme in den Verband ihre fachliche Qualifikation für den Beruf nachweisen. Der BDÜ Landesverband Bayern mit Sitz in München ist mit mehr als 1.400 Mitgliedern der größte Mitgliedsverband des BDÜ. Seine Mitgliederdatenbank im Internet hilft Auftraggebern bei der Suche nach qualifizierten Dolmetschern und Übersetzern in Bayern (www.bdue-bayern.de).

Quelle: Pressemitteilung des BDÜ am 05.12.2012

 

Bildnachweis Plakat:
http://www.bdue-bayern.de/fileadmin/bdue/BDUe_Bayern_QR-Plakat_300.jpg
Bildnachweis BDÜ-Logo:
http://www.bdue-bayern.de/fileadmin/bdue/Pressemitteilungen/Logo.JPG

How is Google changing our memory? Positive und negative Konsequenzen

Google stellt eine Reihe von Diensten zur Verfügung. Ihre Nutzung hat Vor- und Nachteile, wie die Infografik von onlinecolleges.net zeigt. Ein häufig genutzter Dienst ist Google Translator. Der BDÜ hat diese Übersetzungshilfe getestet und ist zu folgendem Ergebnis gekommen: http://www.youtube.com/watch?v=3oc6-hH9IAw und http://www.bdue.de/index.php?page=020000&id=643

Google and Memory
Research and Design by: Online Colleges Site

Die Fußballberichterstattung in der italienischen Presse – Eine inhaltliche und sprachliche Analyse

Teil 1

1. Einleitung

In der vorliegenden Diplomarbeit (alte Rechtschreibregeln) habe ich mich mit der inhaltlichen und sprachlichen Analyse der Fußballberichterstattung in der italienischen Presse beschäftigt, d.h. mit der Berichterstattung über eine Sportart, die in Italien die größte Anziehungskraft und Anhängerschaft besitzt und erst mit großem Abstand vom Radsport, Box-, Basketball- und Leichtathletiksport gefolgt wird.

Die Beliebtheit des Fußballsports findet ihren Ausdruck u.a. in den hohen Zuschauerzahlen, d.h., die Stadien in Mailand, Turin, Florenz, Rom, Neapel usw. sind jeden Sonntag voll von “tifosi” (das ist der treue Anhang, der allwöchentlich seine Mannschaft anfeuert, in der Hoffnung, sie siegreich zu sehen).

Die Popularität dieses Massensports schlägt sich aber auch in der Tatsache nieder, daß ihm von allen Sportarten der meiste Platz in der Berichterstattung der Tagespresse eingeräumt wird. Selbst in Sporttageszeitungen, wie z.B. der “Gazzetta dello Sport”, gilt die Berichterstattung fast ausschließlich der beliebtesten Sportart der Italiener.

Um die Fußballberichterstattung in der italienischen Presse zu untersuchen, habe ich mich zahlreicher Ausgaben der Tageszeitungen “La Stampa/Stampa Sera” und “Corriere della Sera”, sowie der Sporttageszeitungen “Gazzetta dello Sport” und “Corriere dello Sport” bedient. Einen Teil des Materials, d.h. die Ausgaben der Monate Juli-September, habe ich in Italien analysiert, wo ich auch die Gelegenheit hatte, mich in Zweifelsfällen, insbesondere bei der Erarbeitung des Kapitels “Neologismen”, an “fachkundige” Italiener zu wenden.

Ich habe mich vor allem darum bemüht, jedes Kapitel mit Beispielen aus der italienischen Presse zu belegen; das gilt nicht nur für den sprachlichen Teil, auf dem der Hauptakzent meiner Untersuchung liegt, sondern auch für den inhaltlichen.

2. Die italienische Fußballmeisterschaft – Rückblick

Das Fußballspiel wurde zwar nicht von den Engländern erfunden – bereits die alten Griechen und Römer trugen Ballspiele aus, auch wenn sich diese wesentlich vom modernen Fußballspiel unterschieden -, aber im 19. Jh. neu entdeckt und in alle Welt getragen. In den “public schools” wurde es geformt, und 1963 wurde ein Fußballverband gegründet, die sog. “Football Association”, die feste Spielregeln aufstellte und das Spiel von den anderen Fußballspielen wie etwa “rugby” abgrenzte. Seitdem heißt es “soccer” (eine wahrscheinlich im Universitätsjargon entstandene Kurzform). In kurzer Zeit hat es die Welt erobert. So ist es wohl berechtigt, England als “Mutterland” des Fußballs zu bezeichnen.

Im Jahre 1898 fand in Italien die erste Fußballmeisterschaft statt; an ihr nahmen vier Mannschaften teil und sie wurde an einem einzigen Tag ausgetragen. Als Titelsieger ging die Mannschaft von Genua hervor. In den darauffolgenden Jahren – nach weiteren Erfolgen der ligurischen Mannschaft, sowie der Mannschaften AC Mailand, Juventus Turin, Pro Vercelli und Inter Mailand – wurde der Kreis der Mannschaften infolge der zunehmenden Popularität des Fußballsports immer größer. Hinzu kamen Vereine aus der Provinz, wie Novese und Casale, und ab 1925 gelang es auch den Mannschaften von Bologna und Turin sich zu behaupten. Die ersten drei Jahrzehnte des italienischen Fußballnationalsports brachten namhafte Spielerpersönlichkeiten wie Cevenini I, Cevenini III, Santamaria, Magnozzi, Bernardini, De Prà, Conti, Della Valle, Janni, u.a. hervor.

Doch die eigentliche Geschichte der italienischen Fußballmeisterschaft beginnt im Jahre 1929/30, als 18 Mannschaften an einem Fußballturnier teilnahmen, das von Abrosiana-Inter gewonnen wurde. Bereits im darauffolgenden Jahr begann die lange Vorherrschaft von Juventus Turin, Gewinner von fünf Meisterschaftstiteln in Folge, dank ausgezeichneter Spieler wie des Torwarts Combi, der Verteidiger Rosetta, Caligaris, Varglien I, Bertolini, Monti, der Stürmer Cesarini, Orsi und Borel. Ihre härtesten Konkurrenten waren die Mannschaften von Ambrosiana-Inter, Rom und Bologna; weitere berühmte Spieler aus jener Zeit sind Monzeglio, Pitto, Ferraris IV, Costantino, Serantoni und Allemandi.

In der Fußballsaison 1935/36 begann für Juventus Turin eine lange Phase des Niedergangs: Fortan übernahmen die Vereine von Bologna (vier Meistertitel) und Ambrosiana-Inter (zwei Meistertitel) die führende Rolle. Als neue Spielerpersönlichkeiten traten u.a. hervor: Andreolo, Ceresoli, Biavati von Bologna, und Locatelli, Frossi, Ferraris II von Inter Mailand, sowie Foni, Rava, Depetrini, Colaussi, Olivieri, und nicht zuletzt Meazza, Piola und Ferrari.

Durch die Wirren des Krieges wurde die Fußballmeisterschaft für ein Jahr unterbrochen (1943-44). In der Saison 1941/42 errang der AS Rom seinen ersten Meistertitel, in den fünf Jahren darauf der AC Turin, der zugleich zum Aufschwung der italienischen Nationalmannschaft beitrug mit Spielern wie Bacigalupo, Ballarin, Maroso, Castigliano, Grezar, Loik, Gabetto und Valentino Mazzola. Am 4. Mai 1949 kam jedoch die gesamte Mannschaft bei einem Flugzeugunglück ums Leben. Damals übernahmen Juventus Turin, Inter Mailand und AC Mailand bis 1967/68 die Vorherrschaft im italienischen Fußball: Von allen Mannschaften errangen sie die meisten Meistertitel.

Im Jahr 1949 ließ der italienische Fußballverband die Verpflichtung von ausländischen Fußballspielern zu; die Folge war eine Zunahme des Fußballinteresses im ganzen Land.

Durch den Kauf ausländischer Fußballspieler wie die Skandinavier Jeppson, Gren, Nordahl, Liedholm, Skoglund, Hamrin, die Südamerikaner Schiaffino, Montuori, Julinho, Angelillo, Maschio, Sivori, Altafini, die Spanier Suarez und Del Sol, der Waliser Charles, die Deutschen Schnellinger und Haller, verbesserte sich das technische Niveau der italienischen Mannschaften.

Der italienische Fußball besteht gegenwärtig aus den beiden sog. Profligen “serie A” und “serie B”1 und den Halbprofiligen “serie C” und “serie D”. Am Ende einer Meisterschaft steigen die ersten drei Mannschaften der “serie B” in die “serie A” auf, die letzten drei der “serie A” steigen in die “serie B” ab.

Analog steigen die drei letzten Mannschaften der “serie B” in die “Seria C” ab, während die drei Tabellenersten der “serie C”, die in drei Gruppen untergliedert ist, in die “serie B” aufsteigen; die “serie D” ist übrigens in sechs Gruppen unterteilt.

Für einen Sieg erhält eine Mannschaft zwei3, für ein Unentschieden einen Punkt. Es gibt aber auch ein anderes Bewertungskriterium, die sog. “media inglese”2 (auch “media scudetto” genannt).

1Entspricht in Deutschland der 1. bzw. 2. Bundesliga
2Siehe Kapitel 7.1.
3Stand 2012: Drei Punkte für einen Sieg

 

Teil 2

3. Aufbau und Form der Wortberichterstattung im Inhalt der Fußballpresse: Einzelne Varianten und ihre Funktionen

Der Sportteil der Tageszeitungen sowie die Sporttageszeitungen setzen keine Kenntnis von den Sportveranstaltungen voraus. Ihre Berichterstattung bedeutet für den Leser, der von ihnen Aktualität, Universalität und Periodizität fordert (Häupler 1950: 144), immer ein Novum, auch wenn er der Sportveranstaltung beiwohnte, denn ihre Flüchtigkeit und Variabilität läßt ihn einzelne Momente vergessen, deren Beschreibung er “schwarz auf weiß” sehen will. Der nicht informierte sowie der bereits unterrichtete Leser bilden eine Voraussetzung für die Fußballberichterstattung, die dem Leser in Nachrichtenform schnell, sachlich und kurz das Ergebnis der Fußballspiele vermittelt., Die mitgeteilten Ereignisse stammen aus der unmittelbaren Vergangenheit; der an jedem Fußballwochenende sich erneuernde Nachrichtenstrom erlaubt keine weitere Stellungnahme zu den Ereignissen des letzten Fußballwochenendes. Nur von besonderen Vorkommnissen in der Fußballwelt, die ihren Neuigkeitswert länger behalten (z.B. der Bestechungsskandal 1980), wird wiederholt berichtet; diese Nachrichten sind von sekundärer Aktualität, da die Spiele des Wochenendes für immer neuen Gesprächsstoff sorgen.

Die höchste Forderung der Leser an den Fußballteil besteht darin, daß dieser die augenblickliche Lage des Fußballgeschehens mitteilt. Die Aktualität des Nachrichtendienstes im Fußballteil hält eine Woche an; infolge des regelmäßig steigenden und sinkenden Neuigkeitswertes des Fußballteils kann man von einer periodischen Aktualität in der dem Fußballsonntag folgenden Ausgabe sprechen. Die Fußballteile nach dieser Ausgabe während der Woche weisen mit ihren Rückblicken, Nachlesen und gelegentlichen Stellungnahmen zu sportlichen Problemen eine sekundäre Aktualität auf; die Aktualitätskurve steigt in der Ausgabe vor dem Sportsonntag plötzlich an.

Die Berichterstattung des Fußballteils hat den Vorteil, daß der Leser weiß, wann und wo die Spiele stattfinden. Sie ist nicht auf die Zufälligkeit der Ereignisse angewiesen; sie sind Woche für Woche vorausbestimmbar. Die genauen Zeitabstände zwischen den Fußballereignissen an den Sonntagen verleihen der Berichterstattung im Sportteil eine periodische Aktualität.

Die Struktur der Berichterstattung in der Fußballpresse wird von dem Umstand bestimmt, daß nach dem Fußballwochenende das Material am umfangreichsten und das Interesse der Leser am größten ist. Die Berichterstattung flaut während der Woche ab und nimmt zum Wochenende wieder zu. Zu dieser Berichterstattung werden Meldungen und Kommentare herangezogen (Kurz- und Ergebnismeldungen, Tabellen, Kampfberichte, usw.); dabei bilden Bericht und Nachricht ihre Inhaltsformen (TRAUB 1933: 36).

Diese Inhaltsformen werden in der Fußballpresse nach fachlichen Gesichtspunkten voneinander getrennt gehandhabt. Man unterscheidet:

a) Vorschaunachricht und Vorschaubericht
b) Resultatnachricht und Resultatbericht
c) Rückschaunachricht und Rückschaubericht

 

Dieser Aufbau trägt dazu bei, den Leser in dauernder Spannung zu halten, die aus dem Fußballeben durch die buchstäblich vorher zu errechnenden und wöchentlich sich wiederholenden Erregungsmomente nicht wegzudenken ist. Die Wortberichterstattung der Fußballpresse hat mit der Möglichkeit der Vorhersage des Fußballtreffens einen wesentlichen Vorteil gegenüber der Berichterstattung in anderen Pressesparten, die nicht immer ein Ereignis ankündigen können. Kein anderes aktuelles Geschehen kann so in den Einzelheiten vorherbestimmt werden wie ein Fußballspiel, dessen Termin Wochen vorher bekannt ist. Ankündigung, Eintreffen und Kritik eines Fußballereignisses wirken oft als Sensation für die Leserschaft, wenn die Mutmaßungen der “öffentlichen Meinung” hinsichtlich eines kommenden Fußballspiels durch dessen tatsächlichen Verlauf völlig fehlgehen, oder unberechenbare, von der “fachkundigen Leserschaft” nicht erwartete Ergebnisse herauskommen. Der Leser wird durch eine Nachricht wie

Stasera a Madrid gli azzurri a caccia di un titolo che ci sfugge da 44 anni. (Corriere della Sera, 11.7.1982)

auf die kommenden Ereignisse aufmerksam gemacht; sie stellt nur eine Vorankündigung dar, die keinerlei Vermutungen oder Meinungen über den eventuellen Ausgang in sich trägt.

Die Vorschaunachricht hat den Zweck, den Leser objektiv über Teilnehmer, Ort und Zeit der Begegnung zu unterrichten. Ein Bericht mit näheren Einzelheiten der Mannschaften, ihrer Spielstärke und ihren Aussichten gibt dem Leser eine knappe Vorschau, die ihm schon mehr berichtet als die bloße Wortmeldung.

Der Vorschaubericht gibt dem Leser einen umfassenden Überblick über die künftigen Fußballbegegnungen; er nimmt häufig Stellung zu dem möglichen Ausgang des Treffens:

Italia-Polonia per continuare a sognare; si potrà soffrire oltre il previsto ma non dimentichiamo che gli azzurri hanno già demolito due potenze del calcio. (Corriere della Sera, 8.7.1982)

Eine Nachricht wie

L’Ajax, avversario della Juventus in Coppa Campioni, ha battuto in campionato il Telstar per 7-0. (Stampa Sera, 6.3.1983)

ist als Resultatnachricht zu bezeichnen, da sie nur in lapidarer Kürze Mannschaften, Ort, Zeit und Ergebnis meldet.

Der Resultatbericht kommentiert und beschreibt die Umstände, wie es zu dem Ergebnis kam:

Bearzot spiega com’è nato il miracolo azzurro. (Corriere della Sera, 13.7.1982)

Über ein bereits länger zurückliegendes Geschehen, das an Aktualität verloren hat, aber noch keinen endgültigen Zustand darstellt und somit auch die Diskussion darüber unter der Oberfläche der aktuellen Tagesereignisse noch nicht erloschen ist, informiert die Rückschaunachricht:

Nuovamente rinviata a Teheran una decisione sull’espulsione di Taiwan dalla Federazione internazionale di calcio (Fifa). (La Stampa, 21.3.1978)

Der Rückschaubericht schließlich schildert Werden, Ursache und Folgen des Fußballspiels und dient der nochmaligen Betrachtung des Fußballtreffens oder eines damit zusammenhängenden Ereignisses aus einem zeitlichen Abstand heraus:

Trap ‘rivive’ errori e gioie.1

Der Resultatbericht ist von all diesen Varianten der essentielle Bestandteil der Wortberichterstattung in der Fußballpresse. Er enthält eine sachlich richtige und für den Fußballinteressierten wertvolle Schilderung der Fußballbegegnung; ihm ist ein persönliches Urteil und das Eingehen auf die Einzelheiten in erster Linie vorbehalten. Ferner enthält er Milieuschilderungen und Stimmungsbilder zur Auflockerung der Spielberichterstattung mit ihrer trockenen Aufzählung der einzelnen Phasen des Spiels:

Le navi lasciano il porto stracariche di turisti che tornano sul continente, ma in molti hanno deciso di prolungare almeno di un giorno le vacanze per vedere in campo la Juventus. (Stampa Sera, 27.8.1984)

Oft werden die interessantesten Begegnungen ausführlich geschildert; der Zweck ist erfüllt, “wenn der Leser nachträglich zum indirekten Zeugen des Spieles wird” (HÄUPLER 1950: 157).

Die Angaben von Treffern, Punkten, sowie die Aufzählung der verschiedenen Höhepunkte, verleihen dem  Fußballbericht ein statistisches Aussehen: Neben den erzielten Toren werden Eck- und Strafstöße festgehalten.

Die Aufzählung des konkreten Ablaufs des Spieles und seines äußeren Rahmens, kombiniert mit einer kritischen Wertung, ergibt den Bericht, der zugleich mitteilt und kommentiert: Sachlicher Bericht (Resultat; Mannschaften, Wetter, Ort, Zeit und Ablauf) gekoppelt mit der kritischen Wertung (z.B. die Gründe für das Versagen eines Spielers, seine Gesamtleistung) und dem Rahmenbericht (z.B. Interview eines Trainers) gehören zu den Funktionen des Resultatberichts.

Sowohl Vorschau-, Resultat- und Rückschaubericht und -nachricht bieten dem Leser für mehrere Tage Unterhaltung und Informationsmaterial.

Die an einer hohen Auflage interessierten Zeitungen sind bemüht, ihm genügend Gesprächsstoff für die ganze Woche zu geben.

1Der Trainer von Juventus zwei Tage nach dem Spiel Juve-Ajax (4:1 nach Verlängerung).

 

Teil 3

3.1. Wesen der Bildberichterstattung

3.1.1. Allgemeines

Mit allen Sinnen erfaßt der Mensch seine Umwelt, wobei das “Sehen immer im Mittelpunkt der sinnlichen Wahrnehmung liegt” (HÄUPER 1950: 167). Es sind die optisch wahrnehmbaren Vorgänge, die dem Individuum das Erleben authentisch machen.

So spielt die Bildberichterstattung in der Fußballpresse eine ebenso wichtige Rolle wie die Wortberichterstattung, denn besonders in der sportlichen Welt wird das Sehen zur Erlebnisgrundlage.

Erst die Plastizität der Schau des Fußballkampfes ermöglicht dem Menschen ein vollständiges Erlebnis: Das Hören des Beifallssturmes der Zuschauermenge allein, während er vor dem überfüllten Stadion vergeblich auf Einlaß wartet, läßt in ihm falsche “Bilder” entstehen. Da aber zur objektiven Wahrnehmung der Vorgänge auf dem Fußballplatz das Sehen gehört, wird der vor den Stadiontoren Stehende sich erst ein tatsächliches “Bild” machen können, wenn er die kämpfenden Mannschaften selbst vor sich hat. Gelingt ihm dies nicht, so wird er sich wohl entweder durch Gespräche oder durch Wort- und Bildbericht der Sportpresse ein “Bild” von den Ereignissen machen können. Die Fußballbilder in der Presse bieten dem ferngebliebenen Betrachteter somit einen Ersatz für das zurückliegende Ereignis.

Der Mensch hat vor allem ein optisches Aufnahmebedürfnis, den Wunsch, primär zu sehen. Diesem Verlangen kommt die Fußballpresse durch Veröffentlichung eines reichhaltigen Bildmaterials nach.

Grundsätzlich unterscheidet die Presse zwischen aktuellem und illustrativ-bellestrischem Bild (HÄUPLER 1950: 173).

Das aktuelle Pressebild hat ohne Text lediglich Nachrichtencharakter, mit Text ist es mehr als Nachricht. Das illustrativ-belletristische Pressebild erkennt man aufgrund seines Verhältnisses zu den Tagesereignissen und seines künstlerisch-ästhetischen Akzents als solches. Beide für die Fotografie in der Fußballpresse als maßgeblich erkannten Bildtypen vermitteln

a) Kampfszenen (Massenszene, Einzelszene)
b) Rahmenbilder (Portrait, Panoramabild, Stimmungsbild).

 

Die Fülle und Variabilität des Sportgeschehens bringt natürlich eine Unzahl von Bildmöglichkeiten mit sich. So dominiert das aktuelle Kampfbild oder das dekorative Rahmenbild, alle Kategorien der Sportbilder können auf sie vereinigt werden. Der Fußballkampf bildet für das Fußballpressebild in jeder Form die Grundlage.

3.1.2. Der Bildtext

Tritt zum Bild ein Text, so wird die Phantasie des Menschen durch die Worte eingeengt, d.h., die Anschauung des Bildes wird vom Text geleitet. Der Betrachter ist damit auf den konkreten Bildinhalt aufmerksam gemacht und richtet sich danach. Hier nähert sich das Fußballpressebild einer Benachrichtigungsform; die Einheit von Bild und Schrift  dient auch in der Fußballpresse vor allem zur Information über einen realen Sachverhalt aus einem aktuellen Fußballspiel. Dem Betrachter eines Fußballbildes ist keineswegs gedient, wenn ein Schnappschuß aus einem Fußballspiel lediglich mit der Textierung “una parata temeraria del portiere” versehen wird, denn den gewagten Sprung des Torwarts bezeichnet er selbst als “temerario” oder “rischioso”, oder was ihm sonst an bewundernden Ausdrücken einfällt. Es ist nicht unbedingt erforderlich, den Torhüter als solchen vorzustellen, da er allein schon durch seine Sportkleidung (Handschuhe, Ellbogenschoner) oder die Mitwirkung seiner Hände erkannt wird. Die Bildunterschrift “una parata temeraria del portiere” wiederholt im Grunde nur, was der  Betrachter des Fotos schon selbst sieht. Es kommt vielmehr darauf an, das Bild präzise zu bestimmen:

Der Bildtext soll prägnant und verständlich ergänzen, was die Betrachtung allein nicht vermitteln kann. Er soll das Wesentliche des Kampfes treffen, dem Betrachter erläutern, was das Bild nicht sagen kann und läßt ihn in der Kombination von visuellem Erleben und lesbarer Wortnachricht zum indirekten Zuschauer des Augenblicks werden (HÄUPLER 1950: 176).

 In der Fußballpresse wird dieser informatorische Bildtext verlangt: Er gehört zum aktuellen Bild, das eine Kampfphase des Spiels festhält.

Die andere Art des Bildtextes, der nur wiederholt oder allgemeine Erklärungen gibt, bezeichnet man als umrahmenden Bildtext, der zur Ergänzung einer Fußballszene beigegeben ist. Er ist meistens mit dem illustrativ-belletristischen Typ gekoppelt, der den sportlichen Rahmen, die Stimmung des Augenblicks wiedergibt.

Die Fußballfotografie ist allgemein eine Unterart der Momentfotografie (“Schnappschuß”), die die schnellen Bewegungsvorgänge des Fußballsports bildscharf erfaßt. Wenn die Fußballfotos in der Presse allgemein interessante Motive erfassen müssen, so daß sie auch wirklich erregend, fesselnd und spannend einen Vorgang wiedergeben wie er sich abgespielt hat, so gilt dies für die Fußballberichterstattung im Speziellen, denn der Fußballsport bietet in überreicher Anzahl dramatische Motive, die die sensationelle Erregung des Betrachters hervorrufen und seine emotionalen Kräfte wecken.

Durch das aktuelle Fußballbild erhält der informatorische Charakter des Sportteils mit den Fußballberichten eine harmonische Ergänzung. Die Bildveröffentlichung in der Montagsausgabe nach dem Fußballsonntag zeigt einen neuesten Bildausschnitt aus der jüngsten Fußballbegegnung oder aus dem Rahmengeschehen desselben: Der universelle Wortinhalt wird durch aktuelle Bilder komplettiert. Der Fußballteil konzentriert sich auf das aktuelle Kampfbild mit seinem dramatischen, spannungsvollen Akzent. Es soll dem ästhetischen Empfinden des Lesers besonders nachkommen, d.h., Bilder von erschöpften Spielern mit verzerrtem, die Anstrengung des Körpereinsatzes widerspiegelnden Gesichtszügen, oder gar Bilddokumente von Verletzungen, können sich im Fußballteil psychologisch höchst unvorteilhaft auswirken, denn auch der Fußballuninteressierte und Fußballreaktionär wird sich beim Durchblättern zumindest die Fußballbilder auf der Sportseite anschauen. Die Fußballbilder sollten aber gerade in diesen Leserkreisen werbend wirken und einen unmittelbaren Einblick in die Technik des Kampfgeschehens ermöglichen.

Jedes fotografische Bild in der Sportpresse hat die prinzipielle Aufgabe, als aktuelles Kampfbild oder Feuilletonbild einem Kreis von fach- und sachkundigen Betrachtern zu dienen, wobei gleichzeitig das Meinungselement in ihm wirksam werden muss.

Mit Rücksicht auf das Sehen als Erlebnisgrundlage des Menschen ist ein

dramatischer Bildausschnitt von einem Kulminationspunkt des Sportgeschehens nach subjektiver Auswahl festzuhalten, der die subjektive, wahrheitsgemäße Erkenntnis eines Momentes des tatsächlichen Geschehens ermöglicht, und ohne Verfälschung des technischen Bildresultats nach journalistischen, fotografischen und sportfachlichen Gesichtspunkten zu veröffentlichen; das Ergebnis ist ein typisches, fotografisches Bild der Sportpresse (HÄUPLER 1950: 195).

4. Fußballsprache als Sondersprache

Der Fußballsprache kommt innerhalb der Sportsprachen besondere Bedeutung zu, denn sie ist die meistverbreitete und bekannteste Sondersprache des Sports, was nicht zuletzt damit zusammenhängt, daß keine andere sportliche Disziplin in den Massenkommunikationsmitteln so ausführlich erörtert und dargestellt wird: “Il calcio è dominatore almeno all’ottanta per cento delle pagine sportive (…)” (MURIALDI 1981: 245).

Mit dem Begriff “Fußballsprache” pflegt man sowohl die Fachsprache des Fußballs, als auch den Jargon der Fußballspieler und Fußballinteressierten zu bezeichnen und somit mindestens zwei sprachliche Bereiche zusammenzufassen, die sich zwar ergänzen, jedoch in ihren Grundfunktionen und ihrem Sprachmaterial streng zu unterscheiden sind.

Die Fachsprache muß über terminologische  Bestimmungen verfügen, die diejenigen Normen eindeutig fixieren, die im Fußballspiel verbindlich sind. Im Gegensatz zur notwendigen Starrheit und Bestimmtheit der Fachsprache bietet der Jargon die Möglichkeit eines ungezwungenen und unverbindlichen Sprechens.

Die Fußballfachsprache basiert auf einer Reihe von terminologischen  Grundbestimmungen, die den äußeren Ablauf des Fußballspiels festlegen und die als so verbindlich anerkannt werden, daß man im Jargonvokabular vergeblich nach bedeutungsähnlichen Varianten oder Entsprechungen sucht. Einige dieser Begriffe sind:

calcio d’angolo, area di rigore, rigore, calcio di punizione, fuorigioco, primo tempo, secondo tempo, arbitro, segnalinee/guardalinee; cedere la palla, crossare, colpire di testa, allungare la palla, usw.

Mit der Kenntnis von Jargonwendungen kann man jedoch noch nachdrücklicher als mit der Beherrschung des Fachvokabulars beweisen, daß man zur Gruppe der Fußballspieler gehört.

Die Fußballsprache ist in einem Entwicklungsprozess begriffen, der bis heute noch nicht ganz abgeschlossen ist. Sie hat sich ebenso wie die Entwicklung und Veränderung von Spieltechnik, Training und Organisation entwickelt und verändert. Lediglich die Sprache der Theorie, der Terminologie im strengen Sinne, ist unverändert geblieben. Sie wird selten geschrieben und läßt keinen Wandel mehr zu. Die Sprache der Praxis dagegen, also die Sprache des Spielers, des Zuschauers, des Reporters sowie der Presse, “lebt”. Der Fußballjournalist, der ein Fußballspiel beschreibt, ist maßgeblich an der Modifizierung und Weiterentwicklung der Fußballsprache beteiligt. Bei seiner journalistischen Tätigkeit verwendet er oft Ausdrücke, die er tagszuvor von Spielern oder Trainern gehört hat, um seinen Bericht lebendiger zu gestalten. Finden diese Begriffe Gefallen beim Leser, so gehören sie bald – nach mehrmaligem Erscheinen in der Presse – zum festen Bestandteil der Fußballsprache: “Das gesprochene Wort ist das Primäre. Es dringt nach einer gewissen Lebensdauer in das Schrifttum ein und findet von hier aus den Weg zur Allgemeinheit” (LUDGER 1973: 14).

Das Auftreten von Anglizismen ist ein wichtiges Kennzeichen der italienischen Fußballberichterstattung: Begriffe wie z.B. ‘penalty’ und ‘match’ sind zu Synonymen für ‘rigore’ bzw. ‘incontro’ geworden. Andere Ausdrücke, wie z.B. das englische ‘goal’, wurden der italienischen Sprache angepaßt, d.h. sie wurden italianisiert: Aus ‘goal’ wurde ‘gol’.

Desweiteren enthält die italienische Fußballsprache eine Reihe von Lehnübersetzungen: Das italienische ‘centravanti’ z.B. ist gleichbedeutend mit ‘centreforward’. Es gibt aber auch zahlreiche Ausdrücke der italienischen Umgangssprache, die zu Termini der Fußballsprache mit einer ganz spezifischen Bedeutung wurden: ‘porta’ z. B., in seiner ursprünglichen Bedeutung ‘Tür’, wurde zu ‘Fußballtor’:

Era il 5′ quando la testata di ‘Pablito’, ritrovato in versione superlusso, si è infilata nella porta del modesto Waldir Perez. (Corriere della Sera, 6.7.1982)

Fußball ist in Italien Volkssport Nr. 1, daher ist es nicht verwunderlich, daß die Fußballsprache, im Gegensatz zur Sprache der Mediziner, Juristen, usw., eine Sprache des Volkes ist, die vom Volk für das Volk geschaffen wurde. Sie ist eine populäre Fachsprache. Aus diesem Grunde ist es Aufgabe des Fußballberichterstatters, sich dem Leser möglichst in seiner eigenen Sprache verständlich zu machen.

Fortsetzung folgt …

Autor: Aniello Scognamiglio

Fotonachweis: Gerd Altmann (pixelio.de)