Social Media for Dummies – 30 Tipps

Liebe Leser,

heute ergänze ich den vor zwei Monaten erschienenen Blogartikel “18 Tipps – So holst du mehr aus sozialen Netzwerken heraus” um weitere Tipps. Einige stammen von Kollegen. Achtung, Ironie!

01 Das Profil
Lege zunächst ein Profil an und fülle es sparsam mit aussagekräftigen Daten – ein paar SEO-freundliche Schlüsselwörter genügen. Wozu hast du so viel Geld in deine Website gesteckt? Du bist gut, die Kunden finden auch so zu dir. Mehr ist nicht nötig.

02 Die “Über mich”-Seite
Fülle die “Über mich”-Seite rudimentär aus. Wer etwas über dich erfahren und dich kontaktieren will, der findet über deine Website zu dir. Auf der “Über mich”-Seite solltest du nur den Link zu deiner Website platzieren. Eine weiße Fläche und der Link – das ist schick.

03 Der erste Eindruck
Denke nicht, dass Besucher deines Profils dem Foto große Bedeutung beimessen. Tausend Worte sagen mehr als ein Foto. Das Dummy-Foto genügt. Den Besucher interessiert nur, was du zu bieten hast und nicht, wie du aussiehst. Du bist hier nicht auf einer Dating-Plattform. Ein Profil ohne Foto ist wie ein Buch ohne Bilder – es regt die Fantasie an.

04 Das ideale Profilfoto
Schmücke dein Profil am besten mit einem Schnappschuss aus deinem letzten Badeurlaub auf Hawaii oder mit deinem Bild von Tante Claras Geburtstag, wo man in dem netten Outfit so fesch aussah. Im Zweifel tut’s auch ein Hund oder ein Kätzchen mit auf dem Bild. Das hat eine so schöne persönliche Note.

05 Sichtbarkeit
Reduziere deine Sichtbarkeit aufs Notwendigste. Zu viel des Guten kann deinem Geschäft schaden. Anpassungen kannst du in den Einstellungen deines Profils vornehmen. Ein paar Häkchen an der richtigen Stelle und Beiträge und Profil können von Suchmaschinen nicht gefunden werden.

06 Die Marke “Ich”
Schreibe ausschließlich über dich, deine Dienstleistungen, deine Marke, am besten immer in der Ich-Form und mit Link zu deiner Website, schließlich ist XING eine Businessplattform und keine Spielwiese. In deinen Beiträgen muss sich alles um dein Business drehen.

07 Das eigene Netzwerk erweitern
Erweitere dein Netzwerk, indem du möglichst viele XING-Mitglieder mit Kontaktanfragen beglückst. Nutze die standardisierte, unpersönliche Kontaktanbahnung. Besorge dir ein Tool, das dir diese Arbeit abnimmt. Nenne keinen Grund für deine Kontaktanfrage, das interessiert den Adressaten nicht. Biete Synergieeffekte an, das klingt vielversprechend.

08 Kontakte
Bringe niemals Kontakte aus deinem Netzwerk zusammen, wo sich eine Zusammenarbeit ergeben könnte. Auch wenn du deinem Kontakt bei seiner Suche nicht helfen kannst, weil du in dem Moment nicht das bietest, wonach er sucht. Es bringt dir absolut nichts ein, ihm in dem Fall jemanden zu empfehlen, der seinen Vorstellungen entsprechen könnte.

09 Privatsphäre
Schalte deinen Kontakten niemals persönliche Daten frei. Egal, ob privat oder geschäftlich, Daten wie Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder Adressen, gehören dir allein und gehen niemanden etwas an. Wenn jemand etwas von dir will, dann soll er eine Nachricht über XING schicken.

10 Nur Geschäftliches zählt
Zeige dich nicht von deiner menschlichen Seite. Bei allem, was du tust, steht dein Geschäft im Vordergrund. Du bewegst dich auf einer Businessplattform, da ist Menschlichkeit fehl am Platz. Die Devise lautet: Verkaufen, verkaufen, verkaufen!

11 Off topic ist tabu
Weiche niemals vom Thema ab und rutsche schon gar nicht in private Themen ab, du willst schließlich Geld verdienen und keine Freunde finden.

12 Die persönliche Ansprache vermeiden
Vermeide die persönliche Ansprache, in der Kürze liegt die Würze. Verhalte dich wie ein Profi. Freundlichkeit bringt dein Business nicht weiter. Deine Beiträge klingen im Idealfall wie Pressemitteilungen: kurz und bündig, auf den Punkt.

13 Inhalt über alles
Halte dich nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Besonders für Übersetzer gilt: Content is king. Rechtschreibung, Grammatik, Syntax, Stil usw., wen interessiert das schon? Schließlich bist du Übersetzer und kein Vertreter der schreibenden Zunft. Wenn es wirklich darauf ankommt, ziehst du einen Lektor hinzu.

14 Saugen stärkt, teilen schwächt
Interessiere dich nicht für fremde Beiträge. Wenn du einen Beitrag, Link oder
Kommentar gut findest, behalte es für dich, das verschafft dir einen Informationsvorsprung. Das Teilen von Wissen schwächt deine Position nur. Gerade in sozialen Netzwerken gilt: Das Nichtteilen von Wissen ist Macht. Also, nicht weitersagen und bloß keine Werbung für andere!

15 Branding
Verpasse keine Gelegenheit, um auch in anderen sozialen Netzwerken wie Twitter, LinkedIn oder Google+ auf für dein Geschäft werbende Beiträge hinzuweisen. Das Wichtigste ist, dass du auf dem Radar bleibst, dass du ja nicht in Vergessenheit gerätst.

16 Interaktion
Lasse die Beiträge anderer unkommentiert! Denke daran, es geht hier nur um dich. Interaktion mit anderen Mitgliedern ist die reinste Zeitverschwendung, und Zeit ist Geld. Mache es zu deiner Philosophie, dass du Beiträge nur dann kommentierst, wenn dein Name erwähnt wird. Motto: Willst du gelten, mach dich selten.

17 Shitstorms
Bitte die Moderatoren einzuschreiten und einen Beitrag zu entfernen, wenn ein Mitglied dich in einem Forum angreift, beleidigt oder Lügen über dich verbreitet, schließlich hast du keine Zeit, dich den Vorwürfen oder Anfeindungen zu stellen. Sollten aber deine Emotionen stärker sein als dein Verstand, dann schieße zurück, was das Zeug hält. Die Öffentlichkeit liebt Shitstorms.

18 Die Statusmeldung
Nutze die Statusmeldung für wichtige Mitteilungen wie “Mein Hund hat heute mehr Haare gelassen als gestern” oder “Mein Kunde hat mir heute auf die Schulter geklopft” oder “Ich sitze gerade im ICE nach Hamburg”. Die meisten Menschen sind von solchen Meldungen sehr angetan.

19 Der Teaser-Beitrag
Beginne deinen Beitrag stets mit einigen Interesse weckenden Zeilen, gefolgt von drei Auslassungspunkten, und verweise mittels Link auf dein Blog oder auf deine Website, wo der Rest zu lesen ist. Es ist nicht nötig, dass du mit einem vollständigen Beitrag den Diskussionsfaden aufblähst. Und auch für dich gilt: Mehr Traffic für deine Website!

20 Wirb oder stirb
Verfasse jeden Tag einen Beitrag mit Werbecharakter, den du über Twitter und andere Kanäle verbreitest. Die meisten Menschen sind von Werbung begeistert. Je mehr Selbstdarstellung, desto besser. Der Inhalt deiner Werbung ist nicht wichtig, auf die Häufigkeit kommt es an. Das Gesetz der Zahl arbeitet auch für dich.

21 Im Stream ganz oben
Kommentiere deinen eigenen Beitrag, wenn andere es nicht tun, so dass dein Beitrag im Stream immer “ganz oben” erscheint. Denke immer daran: Nur wer permanent sichtbar ist, bleibt interessant.

22 Höflichkeit war gestern
Verzichte auf höfliche Umgangsformen. Ob “Du” oder “Sie”, ob Grußformel oder nicht, das ist unerheblich. Deine Beiträge oder Kommentare dienen lediglich der geschäftlichen Selbstdarstellung. Du befindest dich nicht auf Sympathiesuche.

23 Der richtige Zeitpunkt
Poste deine Beiträge freitags ab 18:00 Uhr, wenn du unbedingt willst, dass deine belanglosen und völlig sinnfreien Beiträge gelesen und noch belangloser und sinnfreier kommentiert werden. So bekommst du garantiert eine erhöhte Aufmerksamkeit für das ganze Wochenende und die Leserschar verbindet mit dir garantiert keinen seriösen Geschäftsmann.

24 Weisheiten und Sprüche
Bereichere Beiträge anderer mit irgendwelchen Weisheiten, die absolut nicht zum Thema passen und du erhöhst die Klickrate auf dein Profil um ein Vielfaches, wobei dann wiederum alle genannten Punkte zum Tragen kommen.

25 Beiträge vollständig zitieren
Zitiere auch die längsten Beiträge vollständig. Die lästige Meldung von XING kann man durch eine zusätzliche Leerzeile unterdrücken. So erhalten auch die kürzesten Beiträge das nötige Volumen und die ihnen gebührende Aufmerksamkeit.

26 Für die Katz
Beschwere dich bei Moderatoren, dem Support und auf sämtlichen anderen Plattformen darüber, wie doof “Social Media” und “Networking” sind und dass das alles sowieso nicht funktioniert, wenn du nicht innerhalb von vier Wochen nach Anlegen eines Profils Aufträge erhalten hast.

27 Knallhart bleiben
Mache dir einen Namen als knallharte Persönlichkeit, indem du andere Beiträge stets kritisch und ggf. auch überhart angreifst – das stärkt dein Ansehen bei potentiellen Kunden – nur die Harten kommen voran!

28 Keine Schwäche zeigen
Beweise allen, dass du durchaus in der Lage bist, nicht immer alles so penetrant positiv zu sehen, und dass dein Fingerspitzengefühl sich längst in die Ellenbogen verlagert hat. Nur so wirst du für die Jobs in Frage kommen, bei denen Durchsetzungsfähigkeit gefragt ist.

29 Alle Jubeljahre
Melde dich bei XING an, knüpfe möglichst schnell viele Kontakte und melde dich in so vielen Gruppen an, wie nur möglich. Danach schaue nur noch sporadisch bei XING rein, du hast schließlich Wichtigeres zu tun.

30 Selbstreflexion
Gehe niemals in dich, denke nicht darüber nach, wie dein Verhalten und Handeln bzw. Nichthandeln im “Social Web” auf andere wirkt. Sie werden dir, ob du willst oder nicht, eine direkte oder subtile Antwort geben.

Eure Kommentare, liebe Leser, sind herzlich willkommen. Vielen Dank und humorvolle Grüße!

 

Autor und Copyright Foto: Aniello Scognamiglio

18 Tipps – So holst du mehr aus sozialen Netzwerken heraus

Ostern war kalt, so sehr, dass mir immer wieder ein “Frohe Weihnachten” herausrutschte. Die Eiersuche musste aufs nächste Jahr verschoben werden. Dafür verspürte ich Lust, in der kuscheligen Ecke des Parkcafés ein paar humorvolle Zeilen über “social networks” zu schreiben, die in ironischem und sarkastischem Gewand daherkommen.

Felicitas und Victor lernen sich auf der internationalen Übersetzerkonferenz in Berlin kennen. Sie unterhalten sich über soziale Netzwerke. Seit Jahren nutzt Victor u. a. XING für sein Übersetzungsgeschäft. Für Felicitas ist das Neuland. Victor möchte seinen Erfahrungsschatz mit Felicitas teilen und gibt ihr die folgenden “Tipps” mit auf den Weg:

01 Das Profil
Lege zunächst ein Profil an und fülle es sparsam mit aussagekräftigen Daten – ein paar SEO-freundliche Schlüsselwörter genügen. Wozu hast du so viel Geld in deine Website gesteckt? Du bist gut, die Kunden finden auch so zu dir. Mehr ist nicht nötig.

02 Die “Über mich”-Seite
Fülle die “Über mich”-Seite rudimentär aus. Wer etwas über dich erfahren und dich kontaktieren will, der findet über deine Website zu dir. Auf der “Über mich”-Seite solltest du nur den Link zu deiner Website platzieren. Eine weiße Fläche und der Link – das ist schick.

03 Der erste Eindruck
Denke nicht, dass Besucher deines Profils dem Foto große Bedeutung beimessen. Tausend Worte sagen mehr als ein Foto. Das Dummy-Foto genügt. Den Besucher interessiert nur, was du zu bieten hast und nicht, wie du aussiehst. Du bist hier nicht auf einer Dating-Plattform. Ein Profil ohne Foto ist wie ein Buch ohne Bilder – es regt die Fantasie an.

04 Sichtbarkeit
Reduziere deine Sichtbarkeit aufs Notwendigste. Zu viel des Guten kann deinem Geschäft schaden. Anpassungen kannst du in den Einstellungen deines Profils vornehmen. Ein paar Häkchen an der richtigen Stelle und Beiträge und Profil können von Suchmaschinen nicht gefunden werden.

05 Die Marke “Ich”
Schreibe ausschließlich über dich, deine Dienstleistungen, deine Marke, am besten immer in der Ich-Form und mit Link zu deiner Website, schließlich ist XING eine Businessplattform und keine Spielwiese. In deinen Beiträgen muss sich alles um dein Business drehen.

06 Das eigene Netzwerk erweitern
Erweitere dein Netzwerk, indem du möglichst viele XING-Mitglieder mit Kontaktanfragen beglückst. Nutze die standardisierte, unpersönliche Kontaktanbahnung. Besorge dir ein Tool, das dir diese Arbeit abnimmt. Nenne keinen Grund für deine Kontaktanfrage, das interessiert den Adressaten nicht. Biete Synergieeffekte an, das klingt vielversprechend.

07 Nur Geschäftliches zählt
Zeige dich nicht von deiner menschlichen Seite. Bei allem, was du tust, steht dein Geschäft im Vordergrund. Du bewegst dich auf einer Businessplattform, da ist Menschlichkeit fehl am Platz. Die Devise lautet: Verkaufen, verkaufen, verkaufen!

08 Persönliche Ansprache vermeiden
Vermeide die persönliche Ansprache, in der Kürze liegt die Würze. Verhalte dich wie ein Profi. Freundlichkeit bringt dein Business nicht weiter. Deine Beiträge klingen idealerweise wie Pressemitteilungen: kurz und bündig, auf den Punkt.

09 Inhalt über alles
Halte dich nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Besonders für Übersetzer gilt: Content is king. Rechtschreibung, Grammatik, Syntax, Stil usw., wen interessiert das schon? Schließlich bist du Übersetzer und kein Vertreter der schreibenden Zunft. Wenn es wirklich darauf ankommt, ziehst du einen Lektor hinzu.

10 Saugen stärkt, teilen schwächt
Interessiere dich nicht für fremde Beiträge. Wenn du einen Beitrag, Link oder
Kommentar gut findest, behalte es für dich, das verschafft dir einen Informationsvorsprung. Das Teilen von Wissen schwächt deine Position nur. Gerade in sozialen Netzwerken gilt: Das Nichtteilen von Wissen ist Macht. Also, nicht weitersagen und bloß keine Werbung für andere!

11 Branding
Verpasse keine Gelegenheit, um auch in anderen sozialen Netzwerken wie Twitter, LinkedIn oder Google+ auf für dein Geschäft werbende Beiträge hinzuweisen. Das Wichtigste ist, dass du auf dem Radar bleibst, dass du ja nicht in Vergessenheit gerätst.

12 Interaktion
Lasse die Beiträge anderer unkommentiert! Denke daran, es geht hier nur um dich. Interaktion mit anderen Mitgliedern ist die reinste Zeitverschwendung, und Zeit ist Geld. Mache es zu deiner Philosophie, dass du Beiträge nur dann kommentierst, wenn dein Name erwähnt wird. Motto: Willst du gelten, mach dich selten.

13 Shitstorms
Bitte die Moderatoren einzuschreiten und einen Beitrag zu entfernen, wenn ein Mitglied dich in einem Forum angreift, beleidigt oder Lügen über dich verbreitet, schließlich hast du keine Zeit, dich den Vorwürfen oder Anfeindungen zu stellen. Sollten aber deine Emotionen stärker sein als dein Verstand, dann schieße zurück, was das Zeug hält. Die Öffentlichkeit liebt Shitstorms.

14 Die Statusmeldung
Nutze die Statusmeldung für wichtige Mitteilungen wie “Mein Hund hat heute mehr Haare gelassen als gestern” oder “Mein Kunde hat mir heute auf die Schulter geklopft” oder “Ich sitze gerade im ICE nach Hamburg”. Die meisten Menschen sind von solchen Meldungen sehr angetan.

15 Der Teaser-Beitrag
Beginne deinen Beitrag stets mit einigen Interesse weckenden Zeilen, gefolgt von drei Auslassungspunkten, und verweise mittels Link auf dein Blog oder auf deine Website, wo der Rest zu lesen ist. Es ist nicht nötig, dass du mit einem vollständigen Beitrag den Diskussionsfaden aufblähst. Und auch für dich gilt: Mehr Traffic für deine Website!

16 Wirb oder stirb
Verfasse jeden Tag einen Beitrag mit Werbecharakter, den du über Twitter und andere Kanäle verbreitest. Die meisten Menschen sind von Werbung begeistert. Je mehr Selbstdarstellung, desto besser. Der Inhalt deiner Werbung ist nicht wichtig, auf die Häufigkeit kommt es an. Das Gesetz der Zahl arbeitet auch für dich.

17 Im Stream ganz oben
Kommentiere deinen eigenen Beitrag, wenn andere es nicht tun, so dass dein Beitrag im Stream immer “ganz oben” erscheint. Denke immer daran: Nur wer permanent sichtbar ist, bleibt interessant.

18 Höflichkeit war gestern
Verzichte auf höfliche Umgangsformen. Ob “Du” oder “Sie”, ob Grußformel oder nicht, das ist unerheblich. Deine Beiträge oder Kommentare dienen lediglich der geschäftlichen Selbstdarstellung. Du befindest dich nicht auf Sympathiesuche.

Weitere “Tipps” und Kommentare sind herzlich willkommen, vielen Dank und humorvolle Grüße!

 

Autor und Copyright Foto: Aniello Scognamiglio

 

Wie viel XING darf es sein?

Wenige Tage vor Weihnachten 2011 blieb die „weiße Pracht“ zwar aus, doch dafür hagelte es Beitritte in der im Mai 2011 auf XING gegründeten BDÜ-Gruppe. Das deutsche Unternehmen XING – bis 2006 „openBC“ – ist eine webbasierte Plattform für geschäftliches Netzwerken, das sich im deutschsprachigen Raum großer Beliebtheit erfreut. Der Name „XING“ wurde aus Gründen der Internationalisierung gewählt und bedeutet auf Chinesisch so viel wie „es funktioniert“, „es klappt“; auf Englisch steht „XING“ für „crossing“ (Kreuzung), was als Begegnung von Geschäftskontakten gesehen werden kann. Nach einem Rundbrief des BDÜ an seine Mitglieder hatten ungefähr 500 Übersetzer und Dolmetscher das Potenzial der BDÜ-Gruppe auf XING erkannt. Innerhalb von weniger als 24 Stunden schnellte die Mitgliederzahl von 250 auf 750. Das ist rekordverdächtig! Mitte Januar wurde das 1000. Gruppenmitglied begrüßt, Tendenz weiter steigend – momentan stehen wir kurz vor 1.100.

Worauf ist dieses große Interesse zurückzuführen?

Social Media Marketing ist schon längst kein Hype mehr. Ein Allheilmittel ist es auch nicht, aber es hat sich im unternehmerischen Alltag etabliert. Eingefleischte Social-Media-Befürworter behaupten sogar, dass eine Enthaltsamkeit gleichzusetzen sei mit Nichtexistenz des Unternehmens. Wohlgemerkt, auch Freiberufler sind Unternehmer. Folglich stellt sich nicht die Frage, ob man „mitmacht“, sondern wie – und welche Ziele man verfolgen möchte. Die Social-Media-„Kanäle“ XING, LinkedIn, Twitter, Facebook, Google+, YouTube und flickr, um einige Schwergewichte der Internetbranche zu nennen, können durch ein als „Schaltzentrale“ („Hub“) dienendes Weblog (Blog) miteinander verknüpft werden, um den zeitlichen Aufwand zu reduzieren. Ob man wirklich überall vertreten sein und „mitmachen“ muss, das sei einmal dahin gestellt. Die Meinungen gehen hier weit auseinander. Letztlich muss dies jeder für sich selbst und für sein Unternehmen entscheiden.

Auf dieses komplexe Thema geht eine Kollegin in Kürze näher ein. Im heutigen Newsletter geht es um den BDÜ und die BDÜ-Gruppe auf XING, um die Chancen, die sich daraus ergeben. Die anderen Social-Media-„Kanäle“ bleiben zunächst außen vor.

Während zur verbandsinternen Plattform MeinBDÜ ausschließlich BDÜ-Mitglieder Zugang haben, ist die BDÜ-Gruppe auf XING eine offene, d. h. für jedermann sichtbare Gruppe ohne Zugangsrestriktionen. Jeder hat zumindest lesenden Zugriff auf die Foren. Jeder kann der Gruppe beitreten, auch Kunden und Interessenten, CAT-Tool-Hersteller, Anwälte, Hochschulabsolventen und Studenten usw. Die im „BDÜ-Space“ abgeschotteten BDÜ-Mitglieder sind nicht mehr ausschließlich unter sich und können die Chancen der öffentlichen Vernetzung und Vermarktung eher zu ihrem Vorteil nutzen, da sie auch von der externen Welt (potenzielle Kunden weltweit!) wahrgenommen werden. Bei 11 Mio. XING-Mitgliedern ist das Potenzial riesig.

Doch eins sei vorweggenommen: Das bloße Anlegen eines Profils führt in der Regel zu Enttäuschungen. Wer wahrgenommen werden möchte, beteiligt sich an Diskussionen, schreibt einen Beitrag in einem Forum, unterstützt einen Kollegen bei der Lösung eines Problems, verweist auf eine interessante Veranstaltung, gibt Fachliteraturtipps, schreibt einen Newsletter usw. Das Geben als Kernphilosophie aller geschäftlichen Netzwerke steht stets im Vordergrund der Online-Aktivitäten – das gilt auch auf XING. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Geben Früchte trägt. Darüber hinaus kann das Gruppenmitglied seine eigene Marke entwickeln bzw. weiterentwickeln. Dass das nicht von heute auf morgen und ohne Zeitaufwand geht, versteht sich von selbst. Präsenz, Sichtbarkeit und Aktivität lauten die Zauberworte.

Zusammengefasst bietet die BDÜ-Gruppe auf XING ihren Mitgliedern und somit auch dem BDÜ eine Reihe von Chancen:

Mehr Transparenz und Steigerung des Bekanntheitsgrades

Der BDÜ wird transparenter und steigert seinen Bekanntheitsgrad – auch im Ausland. Davon profitieren auch seine Mitglieder. „BDÜ“ wird zu einer internationalen Marke. Kunden und Interessenten erhalten Einblicke in die Arbeitswelt und Herausforderungen der Übersetzer und Dolmetscher, da die Gruppe öffentlich und für jeden zugänglich ist. Das Bewusstsein in der Öffentlichkeit wird dahingehend geschärft, dass professionelles Übersetzen und Dolmetschen nicht mit maschineller Übersetzung oder Wörterbuchwälzen gleichzusetzen ist, sondern ein anspruchsvoller Beruf, der vielfältige Talente und Fähigkeiten erfordert.

Einfache Kontaktaufnahme zu anderen Mitgliedern und Geschäftsanbahnung

XING ist eine webbasierte Plattform für geschäftliches Netzwerken. Die Gruppenmitglieder nehmen unkompliziert Kontakt miteinander auf, sie vernetzen sich, tauschen sich aus, stellen Informationen mit Mehrwert zur Verfügung, lernen sich gegenseitig kennen und vertrauen einander. Durch die Forendiskussionen kann sich jeder ein Bild von den anderen Mitgliedern machen. Kunden und Interessenten lernen potenzielle Dienstleister kennen und treten mit Anfragen und Aufträgen an sie heran, Geschäftspartnerschaften entstehen. Ein Engagement ist eine einfache Möglichkeit zur Eigenpräsentation in einem geschäftsorientierten Ambiente.

Engagement in der BDÜ-Gruppe ist Kommunikation und Marketing

Je aktiver und engagierter sich ein Mitglied einbringt – in puncto Ton, Nutzwert, Reaktionsschnelligkeit und Häufigkeit – desto effektiver das Marketing. Überlegen Sie, welche Informationen für Kollegen, Kunden und Interessenten relevant sein können und Mehrwert darstellen. Geben Sie Wissen weiter. Verkaufen Sie nicht Ihre Dienstleistungen. „People don’t like to be sold, but they love to buy”. XING ist nicht der richtige „Ort“ für einen Sales-Pitch. Kommentare von anderen Mitgliedern bedeuten „Mitmachen“. Interaktion ist das Beste, was Ihnen passieren kann. Und denken Sie immer daran: Auch Kollegen sind potenzielle Kunden und Referenzgeber.

Kanalisieren und Filtern von Informationen

Wertvolle Inhalte im Internet zu finden kann schwieriger sein als die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Was Sprachmittler benötigen, sind nicht mehr Inhalte, sondern gute „Filter“, die schnell und zuverlässig zu den wertvollen Informationen führen, die das Internet zu bieten hat. Andere Sprachmittler sind die besten „Filter“. Der Trendbegriff dafür heißt „Kanalisieren“. Auf einen Link aus dem eigenen Kollegenkreis klickt man eher als auf einen Link von einem Unbekannten.

Schutz der Privatsphäre – Einstellungen

Es mag paradox klingen, einerseits eine öffentliche Bühne zu betreten und sich „in die Karten schauen“ zu lassen und sich andererseits Gedanken über den Datenschutz zu machen. Auf XING ist beides möglich. Sie können über die Funktion „Einstellungen“, die XING bietet, Ihre Privatsphäre je nach Bedürfnis konfigurieren, z. B. ob Ihre Beiträge von Suchmaschinen gefunden werden sollen oder ob Sie in Beiträgen namentlich zitiert werden möchten usw. Wie viel Sie von sich preisgeben, entscheiden Sie allein. Neuen XING- bzw. Gruppenmitgliedern sei empfohlen, gleich nach der Anmeldung die Einstellungen zur Privatsphäre anzupassen. Wer auf XING „anonym“ bleiben will, kann das durchaus sein, nur wird damit die Chance auf weitreichende geschäftliche Kontakte drastisch verringert, was nicht im Sinne der BDÜ-Gruppe ist.

Entscheiden Sie sich fürs Mitmachen, ganz nach dem Vorbild von Jeffrey Gitomer:
I give value first. I help other people. I strive to be the best at what I love to do.
I establish long term relationships with everyone. I have fun and I do that every day.

Autor: Aniello Scognamiglio

Der Artikel ist heute als Newsletter in der Gruppe “BDÜ – Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer” auf XING verschienen.

Der Artikel wurde im MDÜ (Fachzeitschrift für Übersetzer und Dolmetscher), Ausgabe 1/12, unter dem Titel “Und jetzt auch noch XING!?” veröffentlicht: 46_47_mdue_2012_0114_xing_gruppe.pdf

Das MDÜ können Sie über den Fachverband BDÜ beziehen: www. bdue.de, Rubrik “Fachzeitschrift MDÜ”.

Fotonachweis: Gerd Altmann (pixelio.de)

Der BDÜ auf XING zählt jetzt schon über 1.000 Gruppenmitglieder

Wenige Tage vor Weihnachten 2011 blieb der angekündigte Schnee in München zwar aus, doch dafür hagelte es Beitritte in der Ende Mai 2011 gegründeten BDÜ-Gruppe auf dem webbasierten sozialen Netzwerk XING (chinesisch für „es ist möglich“). Etwa 500 neue Gruppenmitglieder hatten das Potenzial der XING-Gruppe erkannt und ließen innerhalb von weniger als 24 Stunden die Mitgliederzahl von 250 auf 750 schnellen. Am 12.01.2012 wurde Gruppenmitglied Nr. 1.000 begrüßt, Tendenz weiter steigend …

Sie interessieren sich für eine kostenlose Gruppenmitgliedschaft?
https://www.xing.com/net/pri6923c5x/bdue_bw/